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Auf ein Pläuschchen mit Atlas: Der Rundgang führt auf das Dach des 1888 erbauten Frankfurter Kopfbahnhofs.
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Auf ein Pläuschchen mit Atlas: Der Rundgang führt auf das Dach des 1888 erbauten Frankfurter Kopfbahnhofs.

Ferien zu Hause

Dem Frankfurter Hauptbahnhof aufs Dach steigen

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Der Frankfurter Hauptbahnhof ist einer der zentralen Verkehrsknoten in Deutschland. Das riesige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert birgt so manche Überraschung – hoch über und tief unter den Bahnsteigen.

Es ist ein Moment völliger Stille mitten in der Stadt. Auf den schmalen Stufen hoch zur Spitze des Frankfurter Hauptbahnhofs wird es kurzzeitig ganz ruhig. Fast alle Geräusche werden durch die geschwungenen Kuppeln des Südflügels und des Mittelschiffs der stählernen Dachkonstruktion geschluckt. Dazwischen führen die Stufen Meter für Meter hinauf. Bahnhofsmanager Leif-Niklas Wulf geht voraus, Schritt für Schritt zum höchsten Punkt des 1888 als „Centralbahnhof“ errichteten Bauwerks. Ganz oben, 28 Meter über dem Trubel der Stadt, erscheinen die Bankentürme nahezu auf Augenhöhe.

Der Blick schweift, bis zum Waldstadion im Süden und bis zum Taunus im Norden. Die in Richtung Westen aus dem Kopfbahnhof herausführenden Schienen sind dagegen nicht zu sehen, weil sie von der langen, gläsernen Überdachung verdeckt sind. Nur ein schwindelerregendes Lugen durch die Glasfassade unter den Füßen lässt Bahnsteige und umherwuselnde Menschen erahnen.

Ein schwindelerregender Blick durch die Glasfassade auf die Bahnsteige.

„Mein Lieblingsplatz“, sagt Wulf, der die „Mobilitäts-Drehscheibe“ im Herzen Europas seit Anfang des Jahres managt. „Der Bahnhof in der Mitte Deutschlands“, sagt er und betont den Artikel vor Bahnhof. Mit fast einer halben Million Fahrgästen pro Tag sei er bis März 2020 nach Hamburg der am zweitstärksten frequentierte Halt bundesweit gewesen. Nach Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr sei die Auslastung mittlerweile wieder bei 80 Prozent angelangt, erzählt Wulf in der Schalterhalle, während Menschen im Sekundentakt hinter ihm vorbeiströmen. Mehr als die Hälfte aller Fernzüge, die durch Deutschland rollten, hielten in Frankfurt, sagt Wulf.

Dafür braucht es eine Infrastruktur, die tief unter das 133 Jahre alte Gebäude reicht, das schon 36 Jahre nach der Eröffnung durch zwei Flügel, links und rechts der drei zentralen Bögen erweitert werden musste. Anfangs hatte der Hauptbahnhof 18 Gleise. Heute sind es oberirdisch 25. Unterirdisch gibt es dazu neben dem U-Bahntunnel vier weitere Gleise für die S-Bahnen, die vor 50 Jahren gebaut worden sind.

Alle Wege und Gänge habe Wulf kurz nach seinem Dienstantritt von seinem Büro aus, im Stockwerk über der Eingangshalle und mit Aussicht auf die Gleise, abgeschritten. So wisse er, wie er alle Winkel des „Mikrokosmos“ sowie die einzelnen seiner 220 im Bahnhof Angestellten erreichen kann. Neben der Instandhaltung sind diese etwa im Service und Sicherheitsbereich tätig.

Verlosung

Heute verlosen wir eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Frankfurter Hauptbahnhofs inklusive Dachbesteigung für zwei Personen. Wer mitmachen möchte, findet die Angaben in der gedruckten Ausgabe oder im E-Paper. Damit Sie keine Verlosung oder Aktion verpassen, bieten wir ein Abonnement für die Zeit der Aktion an. Alle Infos zum Sommerabo.

Für insgesamt 108 Bahnhöfe ist Wulf innerhalb des S-Bahnnetzes von Hanau bis Mainz sowie Darmstadt bis Bad Homburg außerdem zuständig. Da verwundert es nicht, dass beim 41-Jährigen ständig das Handy klingelt. Von „6 bis 24 Uhr“ sei er erreichbar, sagt der gebürtige Norddeutsche aus der Nähe von Lübeck mit unverkennbarem Zungenschlag. Zimmermann hat er gelernt, später Architektur studiert und sechs Jahre den Bahnhof in Kassel geleitet, ehe er nach Frankfurt wechselte. „Spannend“, findet der Diplom-Ingenieur die Arbeit trotz hoher Belastung: „Kein Tag ist wie der andere“.

Durch eine erst kürzlich renovierte Unterführung im hinteren Gleisabschnitt geht es in die ehemalige Postpaketkammer sowie in den Gepäck-Tunnel. Sie liegen direkt unter den Schienen und Wulf zeigt dort robuste Stahlträger, die sogenannten Gleisbrücken. Sie tragen das Gewicht der Züge, die in den Bahnhof einfahren.

Durch die Katakomben des Hauptbahnhofs: Ein Fundsachen-Lager mit Dutzenden Rädern, Rollatoren und Kinderwagen.

Unterhalb der Gleise boten die großräumigen Lagerflächen einst reichlich Platz für Gepäck und Warensendungen, die im Postamt an der angrenzenden Poststraße weiter verteilt wurden. An einer Mauer sind noch Zielorte im Umland wie Aschaffenburg, Darmstadt und Fulda mit ihren vierstelligen Postleitzahlen an die Wand gepinselt. Derzeit dienen beide „Katakomben“, wie sie Wulf nennt, als „Logistik-Flächen“ für die zahlreichen Baustellen im und um den Bahnhof.

Die prominenteste ist die B-Ebene. Es gebe jedoch viel mehr: 50 seien es etwa, sagt der Bahnhofsmanager. Tatsächlich wird auch unterirdisch fast in jeder Ecke gewerkelt und Wulf grüßt des Öfteren Kollegen bei ihrer Arbeit. „Viele Maßnahmen sind nötig, um den Verkehrsknotenpunkt zu optimieren“, sagt er.

In Planung ist auch ein weiteres mächtiges Vorhaben: Der Bau des Fernbahntunnels, der dringend benötigt werde, wie Wulf betont. Das Projekt ist jedoch nicht unumstritten. „Bis 2030 soll sich die Zahl der Reisenden verdoppeln, das ist eine gigantische Erhöhung“, sagt Wulf. Schon jetzt komme der Bahnhof an seine „Kapazitätsgrenzen“ und müsse weiter wachsen.

Durch eine Tiefgarage mit drei Etagen, die öffentlich genutzt werden kann, führt er durch ein Fundsachen-Lager mit Dutzenden Rädern, Rollatoren und Kinderwagen wieder ans Tageslicht. Der Fundus dort wäre sicher eine ganz eigene Geschichte wert.

Wir begleiten Sie durch die Sommerferien – mit Freizeittipps und exklusiven Erlebnissen. Für Leserinnen und Leser unserer gedruckten Zeitung und des E-Papers gibt es zudem Rabattaktionen und Gewinnspiele. Damit Sie keine Folge verpassen, bieten wir Ihnen unser attraktives, zeitlich beschränktes Sommerabo zum Vorteilspreis an.

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