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Zugvögel Klimawandel mit Folgen

Die Zugvögel kehren früher aus ihren Winterquartieren zurück - und finden bei ihrer Ankunft nicht mehr die Situation vor, auf die sie genetisch eingestellt sind.

Leidet als Zugvogel unter den Folgen des Klimawandels: der Kuckuck Foto: imago

Der Kuckuck findet kein Nest für seine Eier, der Trauerschnäpper nicht genug Futter, um seine Jungen satt zu kriegen: Der Klimawandel setzt in Deutschland nicht nur dem Feldhamster, sondern auch etlichen anderen Tierarten zu. Besonders betroffen davon sind Zugvögel: Viele fliegen wegen der warmen Temperaturen im Herbst später Richtung Süden und kehren im Frühjahr aus ihren Winterquartieren früher wieder zurück.

Andere kommen zwar zum angestammten Zeitpunkt an, finden bei ihrer Ankunft aber nicht mehr die Situation vor, auf die sie genetisch eingestellt sind und die sie über Jahrhunderte vorfanden; dieser Gruppe, die sich in ihrem Verhalten nicht oder nur wenig an den Klimawandel angepasst hat, machen die Veränderungen der letzten Jahre besonders zu schaffen. Ein Leidtragender dieser Entwicklung ist der Kuckuck: Die meisten europäischen Vögel überwintern in Afrika südlich des Äquators und kommen meist erst Ende April nach Deutschland. Dann aber haben – aufgrund der gestiegenen Temperaturen – viele Vögel bereits mit der Brut begonnen oder die Jungen sind sogar bereits geschlüpft und der Kuckuck findet keine Pflegefamilie mehr, der er seine Eier unterschieben kann. Fast in gesamt Mittel- und Nordeuropa ist sein Bestand deshalb zurückgegangen.

Auch die Trauerschnäpper gehören zu den Zugvögeln. Sie sind darauf eingerichtet, bei ihrer Ankunft aus ihren Winterquartieren in Afrika einen reichlich gedeckten Tisch vorzufinden: Raupen und Insekten vor allem, die beide zu diesem Zeitpunkt eigentlich in einer besonders großen Zahl vorkommen sollten. Doch aufgrund des Klimawandels setzt das Frühjahr früher ein – und dadurch hat sich auch der Zeitpunkt, der den Trauerschnäppern eine üppige „Babynahrung“ bescheren würde, nach vorne verschoben: So hat die Schwemme an Insekten und Raupen ihren Höhepunkt meist schon hinter sich, wenn die Trauerschnäpper ihren Nachwuchs großziehen.

Gefahr droht heimischen Vogelarten auch durch ein niedlich aussehendes Tierchen – und auch dazu tragen die Temperaturveränderungen bei: Denn je wärmer es ist, desto früher wachen die Siebenschläfer auf. „Sind sie zu früh dran, kommt es zu einer tödlichen Überschneidung“, heißt es in einem Bericht der Umweltorganisation WWF: „Stößt der Siebenschläfer noch auf Eier oder Jungvögel, so frisst er sie.“ Durch die globale Erwärmung wachten die Siebenschläfer mittlerweile über einen Monat früher auf – „mit messbaren Auswirkungen auf heimische Vogelarten“.

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