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Kopfnote Visionen

Die Ferien sind vorbei, wir sind ausgeruht und sprühen vor Energie und Motivation. Plötzlich fangen wir an, Pläne zu machen, uns alles Mögliche vorzunehmen. Dahinter steckt pure Psychologie. Alice Ahlers erklärt, welche Schüler tatsächlich Erfolg haben.

16.08.2012 15:12
Von Alice Ahlers
Die Übermotivation nach den Ferien lässt oft schnell wieder nach. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold

Das neue Schuljahr liegt da wie ein unbeschriebenes Blatt. Die Hefte sind noch unzerknittert, die Schultasche aufgeräumt und die Stifte gespitzt. Ab jetzt soll alles besser werden. Häufig währt diese Motivation des Neuanfangs nicht lange. Schuld daran ist das False-Hope-Syndrom. Es verführt Menschen dazu, alles auf einmal und viel zu viel zu wollen. Die Folge: Sie scheitern genauso wie beim letzten Mal.

Zum einen liegt das auch daran, dass der Zahltag – nämlich die nächste Zeugnisausgabe – einfach zu weit weg erscheint. Dieses Syndrom nennen Psychologen Goal-Gradient-Effekt: Je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr strengen wir uns an. Wollen Menschen jedoch regelmäßig ihre Vorsätze umsetzen, ohne am Ende in Stress zu geraten, brauchen sie eine größere Vision als eine nackte Zahl auf einem Zeugnis.

Psychologen von der Universität Michigan zeigten in einer Studie, welche Schüler ihre Ziele am besten erreichen. In ihrer Untersuchung mit Fünft- bis Achtklässlern, fragten sie die Kinder zunächst nach ihrem Traumjob. Diejenigen, die einen solchen nennen konnten und wussten, dass man dafür eine gute Ausbildung braucht, investierten am meisten Zeit in ihre Hausaufgaben und hatten auch die besten Noten.

Doch nicht jeder muss gleich wissen, was er werden will. In einem zweiten Test lauschte eine Gruppe von Schülern lediglich einem Vortrag über den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Lernen und Berufen, eine zweite Gruppe hörte dagegen etwas über die hohen Einkommen von Musikern und Schauspielern. Anschließend bekamen alle Schüler das Angebot, Pluspunkte für das laufende Schuljahr zu sammeln, wenn sie eine Extra-Hausaufgabe übernehmen würden. Ergebnis: In der ersten Gruppe entschieden sich achtmal mehr Schüler für die Zusatzarbeit.

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