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Urtier Durchsichtiger Urtausendfüßer in Brasilien entdeckt

Sie sind klein, durchsichtig und buchstäblich uralt: Bisher unentdeckte Tausendfüßer in Brasilien. Die Tiere sollen schon 400 Millionen Jahre auf der Erde wohnen - am wohlsten fühlen sie sich in dunklen Höhlen.

16.11.2012 17:07
Urtausendfüßer (Glomeridesmus spelaeus) in einer Höhle mit eisenhaltigem (rotem) Sediment in Brasilien. Foto: dpa

Sie sind klein, durchsichtig und buchstäblich uralt: Bisher unentdeckte Tausendfüßer in Brasilien. Die Tiere sollen schon 400 Millionen Jahre auf der Erde wohnen - am wohlsten fühlen sie sich in dunklen Höhlen.

Eine bisher unbekannte Tausendfüßerart haben Forscher in Brasilien entdeckt. Wie das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) mitteilte, wurde die fast durchsichtige Art, die zur Ordnung der Glomeridesmida gehört, in vom Bergbau bedrohten Eisenerzhöhlen aufgespürt. Mit den Fotos der Tiere seien erstmals Lebendaufnahmen von einem Vertreter der Gruppe gelungen.

Forscher von der Universität Lavras im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais hatten die Tiere in einer Höhle entdeckt und Bilder sowie konservierte Exemplare an das ZFMK geschickt. „Schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine neue, noch unbeschriebene, für die Ordnung Glomeridesmida mit einer Länge von 10 Millimetern ungewöhnlich große Art handelt“, sagte Thomas Wesener, der Kurator für Tausendfüßer am Museum.

Die Urtausendfüßer seien an das geschützte Höhlenleben angepasst. Ihr Kalkpanzer ist den Forschern zufolge so stark reduziert, dass die Tiere gläsern-durchsichtig erscheinen.

Tiere der Ordnung Glomeridesmida gehören zu den ältesten Landlebewesen und ursprünglichsten Tausendfüßern, heißt es in der Mitteilung. Sie bewohnen die Erde bereits seit 350 bis 400 Millionen Jahren. Weltweit seien nur noch 31 Arten bekannt, die in Mittelamerika, der Karibik, Indien und Indonesien vorkommen.

Die seltene Tausendfüßerart, die zur Zeit im Zoologischen Forschungsmuseum König in Bonn von Experten untersucht wird, könnte nun auch zum Schutz des bedrohten Höhlenlebensraumes in Brasilien beitragen. (dpa)

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