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Neue Arten entdeckt Fremde Wesen aus der Tiefsee

Die Tiefsee hat für Forscher immer wieder neue Überraschungen parat. Am Meeresboden nahe der Antarktis haben britische Wissenschaftler nun eine Reihe neuer Tierarten entdeckt.

04.01.2012 19:44
Dieser Tintenfisch gehört zu den neu entdeckten Arten. Foto: DPA

- Eine Reihe neuer Arten wurde jetzt mit Hilfe von Tauch-Robotern am Meeresboden nahe der Antarktis entdeckt. Die Tiere leben rund um heiße Quellen, berichten britische Forscher. Überraschend für die Wissenschaftler war, dass diese Gemeinschaften völlig von denen abweichen, die bisher in vergleichbaren Ökosystemen gefunden wurden. Die Experten gehen nun davon aus, dass sich derartige Biotope weltweit mehr unterscheiden und die Interaktionen komplexer sind, als bisher angenommen wurde. Sie warnen im Online-Jornal Plos Biology davor, dass die Ozeane möglicherweise vor einem Artensterben ungeahnten Ausmaßes stehen.

„Hydrothermale Tiefsee-Spalten und Schlote bieten Lebensräume für Tiere, die sonst nirgendwo anders auf unserem Planeten gefunden werden“, sagt Alex Rogers von der Oxford University. Zu diesen heißen Quellen am Meeresboden gehören auch die „Schwarzen Raucher“. Die Schlote gleichen Kaminen, aus denen sehr heißes, dunkles Wasser mit darin gelösten vulkanischen Gasen und Verbindungen strömen. In diesem Lebensraum fanden die Forscher nun eine neue Art der Yeti-Krabbe, die wegen der Borsten an ihren Gliedmaßen so benannt ist. Hinzu kamen bisher unbekannte siebenarmige Seesterne, Rankenfußkrebse und ein weißer Tintenfisch.

Neue Lebensgemeinschaft

Die Forscher hatten zum ersten Mal Tauch-Roboter benutzt, um einen Tiefsee-Bergzug mit den heißen Quellen nahe der Antarktis zu untersuchen. Dabei waren sie nicht nur überrascht von dem, was sie fanden, sondern auch von dem, was sie nicht fanden: Röhrenwürmer, Muscheln, Krabben und Shrimps, wie sie sonst bei Quellen im Atlantik, Indischen Ozean oder Pazifik vorkommen. Es handelt sich also um eine völlig neue, einzigartige Lebensgemeinschaft. „Diese Entdeckung ist nur ein weiterer Beweis dafür, wie verschiedenartig die Ökosysteme in den Meeren rund um den Globus sind“, betont Rogers. „Überall gibt es Lebensgemeinschaften, die wir erst einmal verstehen und dann beschützen müssen.“ (wsa)

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