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Waldbrände Brandenburg besonders gefährdet

Brandenburg wird im Bundesvergleich künftig besonders stark mit Hitze und Trockenheit zu kämpfen haben.

Waldbrand in der Lieberoser Heide
Die Lieberoser Heide nördlich von Cottbus nach einem großen Waldbrand im Mai vergangenen Jahres. Foto: dpa

Wer glaubt, dass der Klimawandel in Deutschland noch nicht angekommen ist, der sollte mal einen Bauern fragen, der im Herbst seine Ernte einholen will. Das wird immer schwieriger, weil der Boden manchmal so mit Wasser gesättigt ist, dass das Regenwasser nicht mehr versickert. Überflutete Felder sind in der Jahreszeit keine Seltenheit mehr.

Von allen Bundesländern wird in Zukunft vor allem Brandenburg vom Klimawandel betroffen sein. Denn das Bundesland ist – unabhängig vom Klimawandel – jetzt schon viel trockener als andere. Und dort wo es trocken ist, wird es in Zukunft noch trockener, so die Faustformel der Klimaforscher.

Vor allem unter Hitze und Trockenheit wird Brandenburg künftig leiden. „Die Sommertage mit mehr als 25 Grad Celsius werden zunehmen, sich bis Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich sogar verdoppeln“, erklärt Carsten Linke vom Landesamt für Umwelt Brandenburg. Heutzutage sind im Märkischen von etwa 90 kalendarischen Sommertagen nur etwa die Hälfte so warm. „Wir müssen mit heißen, trockenen Sommern rechnen“, sagt Linke.

Die Niederschlagsmenge wird dabei wahrscheinlich nicht mal abnehmen, sich aber anders verteilen. „Zwischendurch wird es Brandenburg wohl häufiger mit Starkniederschlägen zu tun bekommen“, sagt Linke. Erst Dürre, dann Starkregen – eine ungünstige Kombination. Ist der Boden stark ausgetrocknet, nimmt seine Fähigkeit ab, Wasser aufzunehmen. Regnet es dann besonders stark, kann das Wasser nicht einfach versickern – im vergangenen Herbst war das der Fall. Die Bauern klagten über den nassen und matschigen Boden, der genauso zum Problem werden kann wie ein völlig ausgetrockneter.

Extreme Hitze ist aber nicht nur für die Ernte eine Gefahr, sondern auch für Menschen, besonders im höheren Alter. Im Alter lasse das Herz-Kreislauf-System nach, der Körper könne seine Temperatur zudem immer schlechter durch Schwitzen selbst regulieren, erklärt Geriatrie-Expertin Calvin Hirsch von der University of California. Im Rekordhitze-Sommer 2003 starben nach Schätzungen französischer Wissenschaftler etwa 70 000 Europäer vorzeitig an den Folgen der Hitze, ein Zehntel davon in Deutschland.

Auch für Wälder ist es schädlich, wenn es dauerhaft zu warm ist. Bisher konnten sich die Bäume nach Wetterereignissen immer wieder erholen. Wenn nun aber regelmäßig Hitze und Trockenheit herrschen, ist das nicht mehr möglich, sagt Ralf Kätzel, der seit vielen Jahren für das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde den Wald in Brandenburg erforscht. Auch mit einer Kombination aus verschiedenen Stressfaktoren – mal Dürre, dann wieder extremer Regen, milde Winter, Frost im Frühling – könnten selbst die anpassungsfähigen Bäume nur schwer umgehen.

Eine weitere, eher indirekte Folge des Klimawandels für Bäume sind Waldbrände. Durch seine vielen leicht brennbaren Kiefern und die Sandböden ist Brandenburg besonders anfällig dafür. „Momentan gehen die Waldbrände zwar eher zurück, das liegt aber am verbesserten Wald-Monitoring“, meint Kätzel. Je trockener es aber wird, desto größer das Risiko.

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