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Videospiele und Gewalt Videospiele fördern laut Studie keine Gewalt

Die beiden US-Wissenschaftler Christopher Ferguson und Cheryl Olson können in einer aktuellen Studie keinen direkten Zusammenhang zwischen Videospielen und Gewalt erkennen.

31.08.2013 10:27
Umstrittener Zeitvertreib: Spiele, die Gewalt verherrlichen. Foto: picture alliance / dpa

Videospiele, die Gewalt verherrlichen, sollen bei psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen kein antisoziales Verhalten fördern. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest zwei US-amerikanische Wissenschaftler.

Spiele wie „Mortal Kombat“, „Halo“ oder „Grand Theft Auto“ würden aus Teenagern mit Depressionen oder ADS (Aufmerksamkeitsdefizit)-Syndrom keine aggressiven Mobber oder gar Straftäter machen, erklären Christopher Ferguson und Cheryl Olson in ihrer Studie, die sie in der Fachzeitschrift „Journal of Youth and Adolescence“ veröffentlichten.

Beruhigender Effekt

Im Gegenteil wollen die Forscher herausgefunden haben, dass solche Videospiele zum Teil sogar einen „eher beruhigenden Effekt“ auf Jugendliche mit ADS ausübten und deren vorhandenes „aggressives oder schikanierendes Verhalten“ reduzierten.

Ferguson, Professor für Psychologie und Strafrecht an der Texas A&Am International University, und Olson, Fachfrau für „Gesundheit und Sozialverhalten“, hatten für ihre Studie 377 amerikanische Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen ethnischen Schichten mit klinisch nachgewiesenen Symptomen für ADS oder Depressionen untersucht, das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 13 Jahren.

Öffentlich wird seit Jahren immer wieder debattiert, ob gewaltverherrlichende Videospiele Gewalt und Aggressionen von Jugendlichen, speziell von jungen Menschen mit bereits bestehenden psychischen Problemen, fördern. Dabei geht es um Mobbing bis hin zu ganz harten Delikten wie Körperverletzung und sogar Mord.

Häufig wird von den Medien, aber auch von vielen Fachleuten wie Psychologen und Pädagogen eine Verbindung zwischen Videospielen und den Tätern von Schulmassakern vor allem in den USA hergestellt. In Deutschland weiß man zum Beispiel von einem jugendlichen Amokläufer, der 2010 im Münsterland auf Schüler und Lehrer schoss und sich am Ende selbst tötete, dass er ein Fan des gewaltverherrlichenden Computerspiels „Counterstrike“ war; wie direkt sich ein Zusammenhang zur realen Tat herstellen lässt, ist allerdings umstritten.

Videospiele fördern Aggressionen nicht

Die beiden US-Wissenschaftler unterstützen die weit verbreitete Auffassung nicht, dass gewalttätige Videospiele Aggressionen bei psychisch anfälligen Jugendlichen fördern. Sie hätten im Rahmen ihrer Studie „keinen Zusammenhang zwischen solchen Spielen und späterem Mobben und Kriminalität feststellen können“, erklären sie. Zudem stimmten die Ergebnisse ihrer Untersuchung mit einem Bericht des Secret Service überein. Dieser habe kürzlich festgestellt, dass das Auftreten „gängigerer Formen jugendlicher Gewalt“ eher mit Stress in Verbindung zu bringen seien.

Ferguson und Olson betonen allerdings auch, dass ihre Erkenntnisse „nicht pauschal auf Extremfälle wie Massenmorde übertragbar“ seien. Sie raten jedoch, „die Einstellung, zum Einfluss von Gewaltvideospielen zu überdenken, selbst wenn es um verhaltensauffällige Kinder geht.

„Wir fanden keinerlei Hinweise darauf, dass diese Art von Videospielen Mobbing oder kriminelles Verhalten unter anfälligen Jugendlichen mit klinisch nachgewiesenen psychischen Auffälligkeiten steigert“, sagt Psychologieprofessor Christopher Ferguson.

Dass einige der jugendlichen Massenmörder nachweislich Gewaltvideos spielten, erklärt er so: „Statistisch gesehen wäre es in der Tat mehr als ungewöhnlich, wenn jugendliche Straftäter oder schützen keine derartigen Spiele spielen würden – die Mehrheit der jungen Leute und speziell der jungen Männer tut dies zumindest gelegentlich.“ pam

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