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V-Formation Fliegen wie die Vögel

Die Luftfahrtbranche guckt sich bei den Tieren Strategien zum effizienten Fliegen ab.

Zugvögel
Vögel fliegen im V, weil sie so mit weniger Energie auskommen - das funktioniert auch bei Flugzeugen. Foto: Imago

Das Fliegen hat der Mensch sich von den Vögeln abgeguckt. Was jahrtausendelang Gegenstand unerfüllbarer Sehnsucht war, ist heute für den kleineren Teil der Menschheit Alltag geworden: Tausende von Stahlvögeln fliegen täglich um die Erde. Der US-Flugzeugbauer Boeing und die US-Luftfahrtbehörde Nasa wollen nun noch etwas von den Vögeln übernehmen: das V, in dem sich die Tiere typischerweise anordnen, wenn sie in den Süden ziehen oder zurückkommen.

Auch am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) forscht man am Formationsflug für Flugzeuge. Ingenieur Florian Linke vom DLR erklärt warum: „Das Fliegen in Formation kann zu einem verminderten Kraftstoffverbrauch führen, also auch zu geringeren Treibhausgasemissionen.“ Und zu geringeren Kosten – für Fluggesellschaften wäre das wohl eine willkommene Art von Klimaschutz.

Vögel fliegen im V, weil sie so mit weniger Energie auskommen – bei Flugzeugen ist das genauso. „Ein Flugzeug fliegt im Wirbelnachlauf eines anderen, reduziert so seinen aerodynamischen Widerstand und spart deshalb Energie.“

Wegstrecke über den Wolken teilen

In der Theorie könnte man es sich so vorstellen: Mehrere Flugzeuge fliegen an unterschiedlichen Orten der Welt los, teilen über den Wolken so viel Wegstrecke wie möglich – in Formation, versteht sich –, und trennen sich dann wieder, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen. In der Praxis erfordert jeder einzelne dieser Schritte planerische Meisterleistungen – nicht zuletzt, weil das Fliegen im Wirbelnachlauf auch zu hausgemachten Turbulenzen führen kann. „Man muss schon sehr präzise in den Wirbel hineinfliegen und alles muss gut koordiniert werden: Die Flugzeuge müssen beispielsweise Umwege nehmen, um zum optimalen Treffpunkt zu gelangen“, erklärt Linke. „Für kommerzielle Passagierflüge liegt der Formationsflug wohl noch in ferner Zukunft, für den Frachtverkehr wäre er vielleicht eher denkbar.“

Es ist eine typische Herangehensweise der Luftfahrtbranche: Klimaschutz durch Effizienz. Das rasant steigende Flugaufkommen hat Effizienzgewinne allerdings bislang immer wieder aufgefressen. Wäre die Luftfahrt ein eigenes Land, hätte das zurzeit in etwa denselben Treibhausgasausstoß wie Großbritannien – Tendenz steigend.

 

Luftfahrt wird unter Klimawandel leiden

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