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Untersuchung Hirn von Schachspielern bleibt länger jung

Mehr Hirnschmalz durch geistige Aktivität: Die weiße Substanz aus Nervenfasern bleibt bei Menschen, die auch im Alter geistig aktiv sind, besser erhalten. Es muss gar nicht Schach sein: Auch Zeitung lesen und der Besuch in der Bibliothek helfen, das Gedächtnis zu stärken.

26.11.2012 11:41
Von Cornelia Dick-Pfaff
Schach oder Dame, Zeitungen oder Bücherlesen: Wer sein Hirn nutzt, hat länger was davon. Foto: dpa

Geistige Aktivitäten im Alter spiegeln sich in der Hirnstruktur wider. Die aus Nervenfasern bestehende weiße Substanz bleibt besser bei Menschen erhalten, die sich häufiger geistigen Aktivitäten widmen. Diesen Zusammenhang konnten US-Forscher nun mithilfe einer speziellen Hirnscanmethode zeigen.

„Die Zeitung zu lesen, Briefe zu schreiben, eine Bibliothek zu besuchen oder Brettspiele wie Schach oder Dame zu spielen, das sind alles einfache Aktivitäten, die zu einem gesünderen Gehirn beitragen können“, erklärte Konstantinos Arfanakis vom Rush University Medical Center. Arfanakis und seine Kollegen hatten insgesamt 152 Senioren befragt, wie häufig sie sich im vergangenen Jahr geistig anspornenden Tätigkeiten gewidmet hatten. Die Probanden mit einem Durchschnittsalter von 81 Jahren litten weder unter Demenz noch unter einer leichteren Form von Gedächtnisproblemen. Außerdem untersuchten die Forscher die Teilnehmer mit einer speziellen Form der Magnetresonanztomografie, mit der sie Rückschlüsse auf deren Hirnstruktur ziehen konnten.

Die sogenannte Diffusions-Tensor-Bildgebung erfasst die Bewegung von Wassermolekülen durch das Gehirn. Die Flüssigkeit bewegt sich leichter parallel zu den Nervenfasern als senkrecht zu ihnen, so dass sich anhand der Messwerte eine virtuelle Rekonstruktion der Nervenfaserverbindungen erstellen lässt. Ein Maß dafür, wie frei sich das Wasser im Hirngewebe bewegt, ist die sogenannte Diffusionsanisotropie. „In gesundem Gewebe der weißen Substanz kann sich Wasser nicht so sehr in Richtungen senkrecht zu den Nervenfasern bewegen“, erläuterte Arfanakis den Nutzen der Technik. Bei einer geringeren Dichte der Nervenfasern aber hat das Wasser mehr Freiheit, so dass man eine verringerte Diffusionsanisotropie messen kann. „Niedrigere Werte gehen mit dem Altern einher.“ Dieser Prozess beginnt bereits ab einem Alter von etwa 30 Jahren, so der Forscher.

Die Wissenschaftler stellten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit mentaler Beschäftigung und einer höheren Diffusionsanisotropie fest. „Etliche Bereiche im ganzen Hirn, einschließlich Regionen, die wichtig für die Wahrnehmung sind, zeigten mit häufigerer kognitiver Aktivität im späteren Leben eine höhere mikrostrukturelle Integrität“, sagte Arfanakis. Die höhere Diffusionsanisotropie bei Senioren, die sich häufig geistig fordernden Beschäftigungen widmen, lege nahe, dass diese Menschen auch Hirn-Eigenschaften besitzen, die denen Jüngerer ähneln.

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