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Tumore Bakterien lassen Krebs schrumpfen

Bestimmte Bakterien zerstören Tumore von innen heraus. Testergebnisse seien ermutigend, sagen Forscher - doch es sind noch weitere Studien nötig.

25.08.2014 09:23

Bestimmte Bakterien können Tumore von innen heraus zerstören. US-Forscher testeten diese potenzielle Möglichkeit der Krebsbekämpfung an Ratten, Hunden und bei einer Krebspatientin. Die Ergebnisse seien ermutigend, auch wenn noch weitere Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit des Verfahrens nötig seien, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Translational Medicine“.

Erste Versuche, Krebs mit Hilfe von Bakterien zu bekämpfen, gab es bereits vor mehr als 100 Jahren. Ein Arzt hatte beobachtet, dass einige seiner Krebspatienten sich erholten oder gar völlig genasen, wenn sie nach einer Krebsoperation eine Infektion bekamen. Seine darauffolgenden Versuche, eine auf diesen Beobachtungen basierende Behandlung zu entwickeln, waren jedoch wenig erfolgreich, so dass die Methode bis heute nicht weiter intensiv erforscht wurde.

Das Team um Nicholas Roberts vom Johns Hopkins Sidney Kimmel Comprehensive Cancer Center in Baltimore griff nun diese Idee wieder auf, mit Clostridium novyi-Bakterien.

Anfangs testeten sie die Therapie an Ratten. Sie injizierten Sporen – ein bakterielles Entwicklungsstadium, in dem die Bakterien sich nicht teilen – direkt in zuvor gezielt hervorgerufene Hirntumore der Tiere. Dort verwandelten sich die Sporen wieder in teilungsfähige Bakterien und ließen den Tumor von innen heraus schrumpfen. Gesunde Zellen blieben unberührt. Als nächstes testeten die Forscher ihr Verfahren an Hunden, die an Krebs erkrankt waren. Bei drei Tieren verschwanden die Tumore ganz, bei drei weiteren schrumpften sie mindestens um ein Drittel. Die meisten Hunde reagierten auf die Behandlung wie auf eine typische bakterielle Infektion mit Fieber und Entzündungsreaktionen.

Schließlich testeten die Wissenschaftler das Verfahren an einem Menschen. Die Frau litt an einem bösartigen Tumor der Muskulatur, der sich trotz mehrerer Operationen und zahlreicher Runden Chemo- und Strahlentherapie immer weiter ausbreitete. Die Forscher injizierten die Bakterien-Sporen in eine Metastase an der Schulter. Auch die Frau bekam Fieber und eine starke Entzündung und der Tumor schrumpfte erheblich. Die Studie wird derzeit mit weiteren Krebspatienten weitergeführt.

Wie die Bakterien die Zerstörung des Tumors bewirken, ist nicht ganz klar. Vermutlich töten sie die Krebszellen direkt ab und rufen zudem eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen den Tumor hervor, vermuten die Wissenschaftler. Denkbar sei es, so die Forscher, die neue Bio-Therapie künftig mit anderen zu kombinieren. dpa

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