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Spix-Ara Zucht eines seltenen Papageis geglückt

In der freien Wildbahn ist der Papagei ausgestorben. Lediglich 80 Exemplare leben heute noch weltweit in der Obhut von Menschen. Nun setzen Züchter alle Hoffnungen in Papageiendame "Frieda".

19.12.2008 12:12
Frieda ist einen knappen Monat alt und wird im Brutapparat aufgezogen, denn ihre Eltern haben keine Erfahrungen mit der Aufzucht von Jungen. Foto: dpa

Schöneiche. Die Vogeldame ist klein, noch ohne das typisch blaue Federkleid und trägt den Namen "Frieda": Ein in freier Wildbahn ausgestorbener Papagei - ein Spix-Ara - ist vor etwa einem Monat bei einem märkischen Züchter geschlüpft.

"Es ist der einzige Spix-Ara, der weltweit in diesem Jahr gezüchtet wurde", sagte Dieter Rinke, wissenschaftlicher Leiter des Vereins zur Erhaltung bedrohter Papageien in Schöneiche (Brandenburg). Der Verein nimmt an einem Zuchtprogramm für diese Tiere teil. Für das Programm sei es sehr schlecht, dass es so wenige Tiere gebe. "Aber es gibt 'Frieda', auf die wir sehr stolz sind."

Nach Angaben des Biologen gilt der früher in Brasilien beheimate Spix-Ara seit etwa zehn Jahren als ausgestorben. Etwa 80 Exemplare leben laut Rinke weltweit in der Obhut von Menschen, bei Privatleuten und in Zoos. Die brasilianische Regierung habe eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich um diese Vögel kümmere. Der Verein nehme an diesem Zuchtprogramm teil.

Für ein Weibchen sei extra ein männlicher Papagei aus Brasilien eingeflogen worden, sagte Rinke. Das Paar habe nun dieses eine Junge ausgebrütet.

Die Zucht von Spix-Aras in Obhut des Menschen wird durch Inzucht und auch Krankheiten erschwert. "Das Programm ist dadurch gefährdet", sagte Simon Jensen, Zoologischer Direktor des Vogelparks Walsrode. In Deutschland seien die Vögel des Vereins die einzigen dieser Art.

Es sei wichtig, dass das Tier weiterhin im Zuchtprogramm geführt und nicht kommerziell veräußerte werde. Jensen hat das Zuchtprogramm mit entwickelt. Deutschlandweit befassten sich Vereinigungen mit rund 25.000 Mitgliedern mit der Papageienzucht.

"'Frieda' wird im Brutapparat aufgezogen", sagte Rinke. Die Eltern hätten keine Erfahrungen mit der Aufzucht von Jungen. Das Junge solle später für Nachwuchs sorgen oder sogar - wenn die Zucht gut läuft - in Brasilien ausgewildert werden. In etwa drei Monaten hat "Frieda", die mit Fertigprodukten gefüttert wird, ihr volles Gefieder.

In Deutschland gibt es nach Schätzungen von Rinke weit über 10.000 Papageienzüchter. Papageien können bis zu 40 Jahre alt werden. Im Gegensatz zu anderen Papageien-Arten können Aras nur schwer sprechen.

"Sie faszinieren durch Farbe, Verhalten und Intelligenz", schwärmt der Biologe. Die Tiere kamen früher in Trockenwäldern vor. Der Spix- Ara wurde 1819 entdeckt und nach dem Forscher Johann Baptist Ritter von Spix (1781-1826) benannt. (dpa)

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