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Seelsorge Nightline hört zu

Wer als Student in einer Krise steckt, kann bei den Nightlines anrufen. Dort helfen Kommilitonen ehrenamtlich und vermitteln notfalls weitere Ansprechpartner.

Telefonseelsorge
Anrufer können sich mit ihren Problemen an die Nightline wenden. Foto: epd

Ein Studium birgt viele herausfordernde Momente: der Umzug in eine neue Stadt, die erste Klausur oder die letzte Nacht vor dem Abgabetermin der Abschlussarbeit. Diese Situationen kennen alle Studierenden, und trotzdem sind sie für jeden Einzelnen eine Herausforderung. Manchmal braucht es dann jemanden, der einfach zuhört. Sebastian (Name geändert) macht das ehrenamtlich – das Zuhören. Der 18-Jährige ist selbst Student und engagiert sich bei der Frankfurter Nightline.

Die Nightline ist ein Zuhörtelefon von Studierenden für Studierende an der Goethe-Universität Frankfurt. „Die Anliegen der Menschen, die bei uns anrufen, sind vielfältig. Hauptsächlich sind es Uni-Themen wie Stress in den Prüfungsphasen. Oder Leute, die neu an der Uni sind, sich noch nicht eingefunden haben und einsam in der neuen Stadt sind“, berichtet Sebastian. Aber auch die „klassischen Themen“ wie Beziehungskummer oder ein Streit seien häufig Gesprächsthema am Telefonhörer.

Insgesamt arbeiten knapp 30 Studierende ehrenamtlich für die Nightline, die in Frankfurt werktags von 20 bis 24 Uhr erreichbar ist. Auch in vielen anderen Unistädten in Deutschland gibt es Nightlines.

Es wird in erster Linie zugehört

Allen gemeinsam ist das Konzept: Es wird in erster Linie zugehört. Die Probleme der Anrufer zu interpretieren oder Tipps zu geben, ist hier nicht das Ziel. Sebastian sagt, warum das so ist: „Wir geben uns Mühe, gar keine Tipps zu geben, sondern einfach nur den Leuten Raum zu geben, um über ihre Probleme zu berichten.“ Viele der Anrufer kämen dann selbst auf eine Lösung oder zu einem anderen Blick auf die Dinge. Pro Abend nutzen in Frankfurt zwei bis fünf Anrufer diese Chance, sich selbst zu helfen.

Die Nightline-Ehrenamtler antworten vor allem mit „Mhm“ und „Aha“ oder Schweigen – aber das machen sie professionell. Voraussetzung für die Mitarbeit ist eine intensive zweitägige Schulung, bei der Nightline-Neulinge Gesprächstechniken üben. Außerdem lernen sie, wie sie reagieren können, wenn akut Hilfe benötigt wird und das Zuhören nicht mehr ausreicht.

„Unsere Kompetenzen als Zuhörtelefon werden in Grenzsituationen einfach überschritten, wenn zum Beispiel jemand suizidal ist“, sagt Sebastian. Dann vermitteln die Zuhörer weiter. Dafür liegt eine lange Liste mit unterschiedlichen Ansprechpartnern direkt neben dem Telefon. Denn auch die Vermittlung zu passenden Adressen gehört zum Angebot der Nightline.

So kann jeder anrufen, der gerade nicht weiß, wohin mit sich und seinen Gedanken.

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