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Schwangerschaft Kaffee erschwert künstliche Befruchtung

Wer zu viel Kaffee trinkt, wird nicht schwanger - die Behauptung gibt es schon lange. Dänische Forscher haben sie jetzt zumindest für künstliche Befruchtungen bestätigt. Und das ist nicht das einzige Problem.

03.07.2012 14:41
Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Kaffeekonsum einschränken. Foto: dpa

Wer zu viel Kaffee trinkt, wird nicht schwanger - die Behauptung gibt es schon lange. Dänische Forscher haben sie jetzt zumindest für künstliche Befruchtungen bestätigt. Und das ist nicht das einzige Problem.

Frauen, die fünf oder mehr Tassen Kaffee am Tag trinken, haben eine um 50 Prozent geringere Chance, durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden. Das haben dänische Forscher in einer Studie mit rund 4000 Testpersonen festgestellt. Demnach stieg auch die Rate der Fehlgeburten um 40 Prozent, wenn die Frauen besonders viel von dem koffeinhaltigen Getränk zu sich nahmen.

Die Auswirkungen von übermäßigem Kaffeekonsum auf die Schwangerschaft seien vergleichbar mit denen des Rauchens, warnen die Mediziner, die ihre Ergebnisse am Dienstag auf dem Jahrestreffen der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ESHRE) in Istanbul vorstellten. „Wir waren nicht überrascht, dass Kaffee die Schwangerschaftsrate bei künstlicher Befruchtung beeinträchtigt - allerdings waren wir über das Ausmaß der Auswirkungen erstaunt“, sagt Studienautor Ulrik Schioler Kesmodel vom Aarhus University Hospital in Dänemark.

Erste aussagekräftige Studie

Der Einfluss von Koffein auf die Fruchtbarkeit einer Frau wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht - jedoch ohne aussagekräftige Ergebnisse, wie die Forscher berichten: Einige fanden einen negativen Effekt auf die Schwangerschaft, andere nicht. Die jetzt veröffentlichte dänische Studie wurde in einer großen Spezialklinik für künstliche Befruchtung durchgeführt. Insgesamt nahmen 3959 Frauen daran teil, die entweder durch Befruchtung im Reagenzglas (IVF) oder per direkter Spermieninjektion in die Eizelle (ICSI) schwanger werden wollten.

Bei der statistischen Auswertung berücksichtigten die Forscher auch andere Einflussfaktoren wie das Alter der Frauen, ihren Body-Mass-Index, ihren Alkoholkonsum und die Rauchgewohnheiten. Unabhängig von diesen Punkten zeigte sich, dass bei den Testpersonen, die fünf oder mehr Tassen Kaffee am Tag tranken, eine künstliche Befruchtung doppelt so häufig fehlschlug wie bei jenen, die weniger zu sich nahmen. Generell gelingt eine IVF bei gesunden Paaren in nur rund 20 von 100 Fällen schon beim ersten Versuch.

Vier Tassen sind erlaubt

Abgesehen von der gesteigerten Unfruchtbarkeit erhöhte sich auch die Rate der Fehlgeburten um 40 Prozent, sagen die Forscher. Das sei vergleichbar mit dem Effekt, den Rauchen auf den Erfolg von künstlicher Befruchtung hat. Bei Frauen, die weniger als fünf Tassen pro Tag tranken, habe dies die Empfängnis und Schwangerschaft jedoch in keinerlei Art und Weise beeinträchtigt. Das passe zu den Ergebnissen früherer Studien, bei denen Forscher ebenfalls vier bis sechs Tassen Kaffee als Schwelle identifizierten, ab der das Getränk einen Effekt hat.

Bei der Präsentation ihrer Ergebnisse in Istanbul wiesen die Autoren darauf hin, dass ihre Studie zwar messbare, aber keine statistisch eindeutigen Aussagen liefere. Sie sei allerdings ein weiteres starkes Indiz dafür, dass Kaffee den Erfolg bei künstlicher Befruchtung beeinträchtigt.
Man wolle die Betroffenen nicht unnötig beunruhigen, versichert Kesmodel. Doch sei es für Frauen aufgrund ihrer Ergebnisse und früherer Studien ratsam, nicht mehr als vier Tassen Kaffee täglich zu trinken, sollten sie sich gerade einer IVF oder ICSI unterziehen. Ob der Kaffeegenuss auch natürliche Schwangerschaften beeinflusst, haben die Forscher nicht untersucht. (dapd)

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