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Raumfahrt Wie „BepiColombo“ den Merkur erforschen soll

Die europäisch-japanische Mission „BepiColombo“ befindet sich auf dem Weg zum Merkur. Wir erklären Aufgabe und Zeitplan - und was sich die Wissenschaftler von dem Projekt erwarten.

Start Ariane 5 mit BepiColombo
Die Trägerrakete Ariane 5 mit der Weltraumsonde „BepiColombo“ an Bord startet vom Weltraumbahnhof Kourou. Foto: dpa

„BepiColombo“ ist unterwegs. Um 3.45 Uhr deutscher Zeit startete am 20. Oktober eine europäische Trägerrakete Ariane 5 mit der Raumsonde an Bord vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Die Reise zum Merkur wird sieben Jahre dauern.

Merkur bisher kaum erforscht

Die Mission „BepiColombo“ führt gleich zwei Raumsonden zum Planeten Merkur. Der sonnennächste und kleinste Planet unseres Sonnensystems ist das Ziel der anspruchsvollsten interplanetaren Mission, die die europäische Raumfahrtorganisation Esa bisher durchgeführt hat. „BepiColombo“ besucht mit Merkur einen Planeten, der von der Erde aus nur schwer zu beobachten ist: Blickt man Richtung Merkur, schaut man automatisch auch in Richtung der Sonne. Und die ist so hell, dass sie den kleinen Planeten meist überstrahlt. Erforscht ist der Merkur bisher kaum - nicht nur, weil er schwierig zu beobachten ist, sondern auch weil seine Nähe zur Sonne es Raumsonden nicht gerade leicht macht. Die FR gibt einen Überblick über die Mission „BepiColombo“.

Die Aufgabe der Mission „BepiColombo“

Die Mission „BepiColombo“ - benannt nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe „Bepi“ Colombo - besteht eigentlich aus zwei Raumsonden. Die fliegen - zunächst vereint in der „Muttersonde“ MCS (Mercury Composite Spacecraft) -  zum sonnennächsten Planeten Merkur. Dort angekommen, trennt sich die Sonde „Mercury Planetary Orbiter“ (MPO) von der „Muttersonde“ ab. MPO wird von der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa gebaut und gesteuert und soll die Oberfläche sowie die innere Zusammensetzung des Merkur untersuchen. Die zweite Sonde, die sich von MCS löst, ist der „Mercury Magnetospheric Orbiter“ (MMO). Er wird von der japanischen Raumfahrtorganisation Jaxa geliefert und gelenkt und soll die Magnetosphäre - die Region um den Planeten, die vom Magnetfeld des Merkurs beeinflusst wird - erforschen.

Die „Muttersonde“ MCS bleibt zurück und mit ihr alle Elemente, die die beiden Raumsonden im Orbit um den Planeten Merkur nicht mehr benötigen - beispielsweise den Antrieb durch Solarenergie oder den Sonnenschutz.

Was Wissenschaftler wissen möchten

Die Mission „BepiColombo“ soll den bisher nur wenig erforschten Planeten Merkur genauer untersuchen und dabei unter anderem herausfinden, wie ein Planet so nah an einem Stern entstand und wie er sich entwickelt hat. Von besonderem Interesse sind Geologie, Zusammensetzung, Struktur und die Krater des Planeten. Untersucht werden die kaum vorhandene Atmosphäre und die Magnetosphäre des Merkur. Außerdem soll nach Esa-Angaben ein Test von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie durchgeführt werden.

Zeitplan der „BepiColombo“-Mission

„BepiColombo“ hob am 20. Oktober 2018 an Bord einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof in Kourou ab. Neun Mal wird die Raumsonde die Schwerkraft von Erde, Venus und Merkur nutzen, um ihre Flugbahn anzupassen, bis sie im Dezember 2025 am Merkur ankommt. Dann sind zahlreiche Manöver notwendig, um die beiden Sonden in ihre Umlaufbahnen um den Merkur zu manövrieren. Im März 2026 soll die europäische Sonde MPO dann den finalen Orbit um den Merkur erreicht haben, etwas mehr als ein Jahr später - Anfang Mai 2027 - ist die geplante Mission zu Ende. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die „BepiColombo“-Mission um ein weiteres Jahr zu verlängern.

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