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Parasiten an Fossilien Ammoniten mit Pusteln

Leberegel, Lungenwürmer und Pärchenegel haben eines gemeinsam: Die Parasiten aus der Klasse der Saugwürmer (Trematoden) befallen im ersten Lebensstadium Muscheln oder Schnecken, bevor sie sich in Vögeln, Fischen oder Säugetieren breit machen.

10.03.2011 12:36
Ute Kehse
Opaleszierender Ammonit (Archivbild) Foto: AFP

Offenbar trieben die unappetitlichen Schmarotzer bereits vor etwa 400 Millionen Jahren ihr Unwesen, berichten Kenneth De Baets und Christian Klug von der Universität Zürich sowie Dieter Korn vom Museum für Naturkunde in Berlin in der Zeitschrift Acta Paleontologica Polonica.

Die Forscher untersuchten Ammonitenfossilien aus Marokko, die häufig von winzigen Dellen überzogen sind. Die inzwischen ausgestorbenen Ammoniten waren Kopffüßer und zählten damit wie Muscheln und Schnecken zu den Weichtieren. Die Dellen sind Abdrücke von Aufwölbungen im Innern der Ammonitenschalen, schreiben de Baets und seine Kollegen. Ähnlich wie Muscheln Fremdkörper in einer Perle einschließen, so überzogen die Ammoniten unerwünschte Eindringlinge offenbar mit einer Mineralschicht. Im Innern einiger dieser Pusteln entdeckten die Forscher winzige Kanälchen. Heutige Muscheln, die von Saugwürmern befallen sind, weisen manchmal ähnliche Deformationen auf. Das lässt die Forscher vermuten, dass die Ammoniten ebenfalls von Trematoden geplagt wurden.

Die Leidenszeit der Spiraltiere dauerte aber nur zehn bis 15 Millionen Jahre. In dieser Zeit entwickelten sich Wirt und Parasit teilweise gemeinsam weiter, teilweise verpassten es die Würmer aber auch, die Evolution der Ammoniten mitzumachen und neu entstehende Arten zu befallen. Am Ende wurden die Kopffüßer wahrscheinlich immun gegen die Schmarotzer.

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