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Öko-Tourismus Gutes tun im Urlaub?

Ob Öko-Tourismus wirklich „öko“ sein kann, war von Anfang an umstritten, vor allem, wenn es sich um Flug-Fernreisen handelt. Beim Voluntourismus gilt der Einwand genauso.

Athen
In Athen wird ein Strand von Ölresten gesäubert. Foto: rtr

Gutes tun im Urlaub. Das ist ein Trend, der immer mehr Anhänger findet. Nicht nur Sommer, Sonne, Strand, sondern mehr. Den Freiwilligen, den „Volunteers“, bieten sich viele Möglichkeiten. Zwei Wochen Mitarbeit in einem Kinderheim in Kambodscha oder Bangladesch, Müllsammeln im Regenwald oder Schutz von Schildkröten in Costa Rica – das sind Beispiele aus der Palette von Angeboten. Man steigt ins Flugzeug, um irgendwo auf der anderen Seite des Globus zu helfen. Sogar eine eigene Bezeichnung gibt es inzwischen für dieses Urlauben mit Anspruch: den „Voluntourismus“.

Es ist offenbar ein ernstzunehmendes Tourismus-Segment. Der Reisekonzern Tui hat eine eigene Voluntourismus-Marke eingeführt, viele andere Anbieter haben entsprechende Angebote in ihre Programme aufgenommen. Entstanden ist dieser Trend aus dem Öko-Tourismus, wie der Kölner Sozialwissenschaftler Benjamin Haas erläutert, der das Phänomen untersucht hat, also dem Konzept, nachhaltig und sozialverantwortlich zu reisen. Die Zielländer der modernen Jet-Set-Freiwilligen liegen meistens in Afrika, Asien oder Südamerika.

Anbieter denken an Profit

Ob Öko-Tourismus wirklich „öko“ sein kann, war von Anfang an umstritten, vor allem, wenn es sich um Flug-Fernreisen handelt. Beim Voluntourismus gilt der Einwand genauso. Bei einem Trip zum Beispiel nach Costa Rica und zurück zum Beispiel entsteht pro Person dreimal soviel CO2, wie ein Jahr Autofahren verursacht. Ob man das mit 14 Tagen Müllsammeln im Regenwald wieder wettmachen kann, ist eher fraglich.

Doch auch sonst kommen einem Zweifel, wie gut es die Voluntouristen wirklich meinen. Befragungen zeigen, dass gerade bei den Kurzzeit-Trips von nur einer oder zwei Wochen das „Eigeninteresse“ im Vordergrund steht. Will sagen, der positive Effekt auf den Lebenslauf und das eigene gute Gefühl, und nicht so sehr das soziale Engagement. Hinzu kommt, dass angesichts des Booms in dem Segment sich hier zunehmend Anbieter tummeln, die mehr am Profit als an sinnvollen Projekten interessiert sind. Generell verteufeln solle man die Voluntourismus-Einsätze zwar nicht, meint Haas. Aber wer Interesse daran hat, solle doch prüfen, „ob es nicht auch in Deutschland oder Europa die Möglichkeit gibt, sich zu engagieren und gut zu fühlen“. Und tatsächlich: Die gibt’s.

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