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Night of Science „Um Pharmazie dreht sich alles“

Organisator Alexander Wachholz spricht über die Highlights der Wissenschaftsnacht.

Night of Science
Bei der 12. Night of Science in Frankfurt kicken auch wieder die süßen Fußball-Roboter. Foto: Michael Schick

Herr Wachholz, als Team von Studierenden organisieren Sie in Frankfurt die Night of Science in Eigenregie. Welche Highlights erwarten Nachtschwärmer bei der nächsten Runde am 9. Juni auf dem Campus Riedberg?
Bei unserem Pharma-Special in diesem Jahr dreht sich alles um die Immunologie und die diesjährige Titelfigur Emil Adolf von Behring, der große Entdeckungen im Bereich der Autoimmuntherapie gemacht hat. Er gilt als Retter der Kinder und Soldaten, da er Mittel gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf entwickelte.

Behring erhielt als erster den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Er starb vor 100 Jahren in Marburg. Wie wollen Sie an seine Leistungen erinnern?
Mit einer Vortragsreihe rund um die Themen Pharmazie und Autoimmunisierung. Es gibt eine Führung, wo Besucher zuschauen können, wie Arzneitee fachkundig hergestellt wird und welche Wirkstoffe sich darin befinden. Sie können sich auch selbst eine Mischung zubereiten und die Bestandteile identifizieren. Aus Platzgründen ist die Teilnehmerzahl bei allen Führungen allerdings begrenzt, so dass man sich vorab am Stand dafür kostenlos anmelden muss.

Was ist noch geplant?
Insgesamt gibt es 18 verschiedene Führungen durch unsere Labore. Beispielsweise züchten wir Kristalle, Besucher können sich davon auch welche mit nach Hause nehmen. Im Physik-
gebäude werden Großgeräte wie der Teilchenbeschleuniger oder Spektroskope zu sehen sein, die bestimmt viele beeindrucken werden, die sie noch nie gesehen haben. Die Geräte sind zum Teil so groß, dass sie erst aufgestellt wurden, bevor das Gebäude drum herum gebaut werden konnte. Es geht aber auch ins ganz Kleine, etwa beim Bau von Sensoren. Die Chips sind so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann.

Wen wollen Sie mit der Wissenschaftsnacht ansprechen?
Unser Publikum ist sehr divers. Für Studieninteressierte ist es eine gute Gelegenheit, um sich einen Überblick zu verschaffen, da alle Studienbereiche vorgestellt werden. Auf den ersten Blick kann man sich bei einigen Namen von Studiengängen noch nicht viel darunter vorstellen. Gern gesehen sind auch die Familien von Studierenden, aber auch Familien generell ebenso wie die Anwohner vom Riedberg, die den Campus oft noch gar nicht so gut kennen. Wir rechnen mit 8000 bis 10 000 Besuchern über die Nacht verteilt.

Die Veranstaltung endet um sechs Uhr morgens.
Wer bis dahin durchhält, bekommt ein Frühstück. Im letzten Jahr haben das ein paar Hundert Menschen geschafft, wobei viele auch einfach nur den Sonnenaufgang auf der Terrasse genossen haben.

In welche Bereiche der Uni erhalten die Teilnehmer Einblick?
Auf dem Riedberg befinden sich die Naturwissenschaften, also die Chemie, Biochemie, Pharmazie und Physik, sowie die Geowissenschaften und die Biowissenschaften. Die Mathematik und Informatik, die erst noch auf den Campus ziehen werden, sind auch dabei ebenso wie die Mediziner aus Niederrad und die Psychologen aus dem Westend.

Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen locken große und kleine Besucher auch viele Veranstaltungen zum Mitmachen.
Zum ersten Mal dabei ist das Goethe MakeLab, die ihren 3D-Drucker mitbringen. Man kann sich selbst dort einscannen lassen und in Miniatur ausdrucken lassen. Mitfiebern können Zuschauer beim Bembel-Cup im Frankfurt Institute for Advanced Studies. Dort treten drei tollpatschige Robotermannschaften gegeneinander an, die darauf programmiert sind, den Ball zu erkennen und ins Tor zu befördern. Das klappt nicht immer perfekt, macht aber auch den Charme aus. Eine spektakuläre Fontäne wird später am Abend die Freiwillige Feuerwehr Fechenheim erzeugen. Zwischendrin wird noch ein Wetterballon gestartet, dessen Daten dann live an die Bodenstation gefunkt werden. Außerdem gibt es eine Meteoritenausstellung.

Es gibt auch einen Science Slam. Wie läuft das ab?
Die Vortragenden haben zehn Minuten Zeit, das Publikum für ihr wissenschaftliches Thema möglichst verständlich und humorvoll zu begeistern. Am Ende wird abgestimmt, wer der Sieger ist.

Auch einen zeitgenössischen Pionier der Klimaforschung, den Wissenschaftler Mojib Latif, haben Sie für den Eröffnungsvortrag um 17 Uhr im Hörsaalgebäude gewinnen können.
Mojib Latif zeichnet aus, dass er der Öffentlichkeit und auch Kindern wissenschaftliche Themen gut näherbringen kann. Er erklärt Phänome einfach und hat gleichzeitig einen starken moralischen Standpunkt als Wissenschaftler dazu. Für seine Forschung ist er mit dem deutschen Umweltpreis ausgezeichnet worden.

Was wollen Sie mit der Night of Science erreichen?
Uns ist wichtig, dass der Campus lebendig ist. Es macht Spaß, die Begeisterung der Zuschauer mitzuerleben. Das entschädigt für alle Probleme bei der Organisation. Ein Großteil dessen, was wir an der Uni tun, ist durch Steuern finanziert und das ist ein Weg, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Obwohl niemand der Dozenten Geld bekommt, sind alle motiviert und hauen noch bis in die frühen Morgenstunden die besten Vorlesungen raus.

Interview: Franziska Schubert

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