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Nach Missbrauchsurteil Lehrer darf weiter arbeiten

Obwohl er eine Schülerin wiederholt sexuell missbraucht hat, darf ein Lehrer aus Niedersachsen weiter unterrichten. Mittlerweile wurde der Mann an ein anderes Gymnasium versetzt.

13.09.2010 22:38

Obwohl er eine Schülerin wiederholt sexuell missbraucht hat, darf ein Lehrer aus Niedersachsen weiter unterrichten. Das bestätigte ein Sprecher des Niedersächsischen Kultusministeriums der Deutschen Presseagentur. Der Lehrer stand 2007 vor Gericht, weil er eine 15-Jährige missbraucht hatte. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Mittlerweile wurde der Mann an ein anderes Gymnasium versetzt, was die Landtagsabgeordnete Ina Korter (Grüne) zu einer Anfrage an das Kultusministerium veranlasste: Sie wollte wissen, wie die Landesregierung Schüler/innen vor sexuellen Übergriffen schützen will, wenn sie zulässt, dass ein verurteilter Pädagoge seinen Beruf weiter ausübt.

Die Landesschulbehörde habe gründlich geprüft, ob der Lehrer aus dem Dienst entfernt werden müsse, heißt es im Antwortschreiben: „Da der Beamte freiwillig einen Antrag auf Rückstufung um zwei Besoldungsgruppen gestellt hatte, ist ihm dieses als Milderungsgrund zugerechnet und auf die Entfernung aus dem Dienst verzichtet worden.“ Das Ministerium geht davon aus, dass der Lehrer künftig „die gesetzlichen Grenzen einhalten wird“.

Opferverbände halten das Vorgehen der Schulbehörden wie Korter für „hochproblematisch“. Es müsse das Hauptinteresse sein, Schüler zu schützen, sagte Korter der FR. „Man hätte den Lehrer schließlich auch in die Schulverwaltung versetzen können.“ (ki )

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