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Vögel Basstölpel, Ziegenmelker und Trottellumme

Einfache Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Wie Vögel zu ihren merkwürdigen Namen kommen.

Brutzeit auf Helgoland
Tölpelhaft? Nein, eher clever: Basstölpel mit ihren Jungen auf der Insel Helgoland. Foto: dpa

Woher hat die Zwergmöwe ihren Namen? Klarer Fall: Sie ist kleiner als andere Möwen. Und der Graureiher heißt Graureiher, weil er grau ist, wenn auch nicht überall. Das Rotkehlchen wurde nach seiner orangeroten Kehle samt Brust benannt, und der Wendehals, weil er seinen Kopf akrobatisch verdrehen kann. Alles ganz anschaulich und schnell zu erkennen. So handlich kann Wissenschaft sein.

Doch der erste Eindruck täuscht. Das macht es ganz unterhaltsam, sich mit Vogelnamen zu befassen und den oft rätselhaften Ableitungen. Wenn ein Geschöpf Worte wie Baum, Schilf, Nebel und Eis im Namen führt (also Baumfalke, Schilfrohrsänger, Nebelkrähe, Eisbär), dann wird es einen passenden Zusammenhang geben. Aber haben andere Falken nicht auch mit Bäumen zu tun – und nur die Nebelkrähen mit Nebel?

Pudrig-weiße Unterseite führt in die Irre

Einfache Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Und außerdem: Wie kommen Tiere neben leicht fasslichen Namen wie Kuckuck und Katze zu so merkwürdigen Konstruktionen wie Taschenratte, Blauflossenknurrhuhn, Papierboot, Kommafalter und geohrte Wendeltreppe?

Das lässt sich nicht mit einem Satz erklären, dahinter stecken jahrhundertealte Zuordnungen mit manchen Debatten. Schon Aristoteles und Plinius hat das beschäftigt, ebenso den Staufer Friedrich II. und Albertus Magnus. Vor allem jedoch Carl von Linné, den alten Schweden, der 1707 als adelsfreier Linnæus zur Welt gekommen war.

Viele Gelehrte haben sich lange darauf konzentriert, die Fülle der Natur mit ihren unzähligen Gattungen, Familien, Arten und Unterarten mit wenigen Worten und den zwei Dutzend Buchstaben des Alphabets zu erfassen. Da musste es Irrungen und Wirrungen geben, Missverständnisse, Abwege und Verballhornungen. Und so hat der recht clevere Basstölpel nach neuerer Erkenntnis weder mit einem Tölpel noch mit einem Bass zu tun (das kommt vom schottischen Inselfelsen Bass Rock), und die Mehlschwalbe nur entfernt mit Mehl – ihre Unterseite ist so schön pudrig-weiß, dass man ihr unterstellt, sie müsse in Mehl gebadet haben.

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