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Verpackungen Alternative Kunststoffe

Experten streiten über kompostierbares Plastik.

Plastikmüll
Die Hersteller sind in der Pflicht, das Problem weggeworfener Kunststoffverpackungen zu lösen. Foto: Imago

Eine Strategie, um das Problem weggeworfener Kunststoffverpackungen zu lösen, wäre eine Pflicht für Hersteller, Plastik so zu designen, dass sie sich in der Natur relativ schnell zersetzen – in CO2 und Wasser.

Doch dieser Ansatz ist umstritten. Gerhard Kotschick, Abfallexperte des Umweltbundesamts, sagt: „Biologisch abbaubare Kunststoffe sind keine Lösung.“ Sie gehörten nach Gebrauch ebenfalls in den Abfall. Denn bei der Kompostierung zerfielen viele der heute bereits eingesetzten abbaubaren Kunststoffe nämlich nur unter den definierten Bedingungen von industriellen Kompostieranlagen, ihr Zersetzungsprozess in der freien Natur dauere viel zu lange. Sie würden auch nicht recycelt und könnten sogar das Recycling der herkömmlichen Kunststoffe stören.

Positiver urteilt Georg Mehlhart vom Öko-Institut Darmstadt über die abbaubaren Kunststoffe: „In Ländern wie Deutschland kann man das Problem vielleicht durch Vermeidung, besseres Design der Verpackungen, bessere Sortierung und Recycling in den Griff kriegen“, meint er. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch vielen EU-Mitgliedsstaaten sehe das schon anders aus. Von einer entwickelten Abfallwirtschaft wie in Deutschland seien viele Länder noch meilenweit entfernt. „Aus den Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit wissen wir, dass es extrem schwierig ist, hier dauerhafte Fortschritte zu erzielen.“

Da die Welt bei diesem Thema auf Deutschland schaue, sei es wichtig, biologisch abbaubare Kunststoffe nicht zu verteufeln, meint der Experte. Sie könnten durchaus einen Beitrag gegen die Vermüllung liefern.

Vielleicht auch hierzulande? Mehlhart verweist auf Italien. Dort müssen Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff seit 2011 kompostierbar sein. Das sei zwar auch der Tatsache geschuldet, dass in dem Mittelmeerland mehr Abfälle als hierzulande dauerhaft in der Landschaft und im Meer landen als im „sauberen“ Deutschland. Trotzdem sei klar: Jede Beschleunigung der Abbaubarkeit reduziere hier den Müll in der Natur.  

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