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Bayer in der Kritik Glyphosat schädigt auch Bienen

Einer Studie zufolge gefährdet das Pflanzengift Glyphosat Honigbienen und macht sie anfälliger für Infektionen.

25.09.2018 15:22
Honigbiene
Das Pflanzengift Glyphosat gefährdet Honigbienen und macht sie anfälliger für Infektionen (Symbolbild). Foto: dpa

Die Debatte um den Unkrautvernichter Glyphosat könnte durch eine aktuelle Studie neue Nahrung erhalten. Einer Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Texas in Austin zufolge stört das Pflanzengift die Darmflora von Honigbienen und macht sie so anfälliger für Infektionen. Glyphosat könne deshalb die Gesundheit der Bienen beeinträchtigen, heißt es in der Studie, die im US-Wissenschaftsmagazin „PNAS“ veröffentlicht wurde.

Der Leverkusener Bayer-Konzern, dessen neue Tochter Monsanto Glyphosat entwickelt hat, erklärte am Dienstag, die Ergebnisse der Studie stützten sich nur auf eine relativ geringe Anzahl untersuchter Bienen. Sie ließen daher keine allgemeinen Rückschlüsse zu. Es gebe bis heute keine großangelegte Studie, die einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und einer Schädigung der Gesundheit von Honigbienenvölkern nachweise.

In der Untersuchung wurden Hunderte von erwachsenen Arbeitsbienen aus einem einzigen Bienenstock gesammelt, ein Teil wurde mit Glyphosat in Kontakt gebracht, der andere Teil mit sterilem Zuckersirup. Untersucht wurden dabei die Auswirkungen auf insgesamt 30 Bienen. Die Glyphosat-Konzentration habe dem Niveau entsprochen, dem Bienen üblicherweise beim Sammeln auf blühenden Unkräutern ausgesetzt seien, hieß es in der Studie. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Glyphosat negative Auswirkungen auf die Darmbakterien der Bienen und den schützenden Effekt der Darmflora hat.

Bayer betont Glyphosat sei sicher

Glyphosat zählt weltweit zu den meist verwendeten Herbiziden. Bayer hatte den US-Konzern Monsanto kürzlich für rund 63 Milliarden Dollar übernommen und sieht sich nun mit rund 8700 Klagen wegen Glyphosat in den USA konfrontiert. Ein kalifornisches Geschworenengericht hatte den US-Saatgutriesen Mitte August zu einer Schadensersatzzahlung von 289 Millionen Dollar an einen Mann verurteilt, der seine Krebserkrankung auf Glyphosat zurückführte. Der Konzern betont, dass Glyphosat sicher sei und keine Krebserkrankung verursache.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Chemikalie 2015 dagegen als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Nach Einschätzung von Bayer steht das aber im Widerspruch zu den Einschätzungen von vielen anderen Behörden weltweit. (rtr)

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