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Rom versank im Regen Klimawandel löste Völkerwanderung aus

Schweizer Forscher haben haben mit Hilfe detaillierter Klimaarchive erstmals einen engen Zusammenhang zwischen dem Aufstieg und Fall von Imperien und den klimatischen Bedingungen hergestellt.

13.01.2011 00:52
Ute Kehse
Der römische Petersplatz nach einem Unwetter. Foto: dpa

Das fünfte Jahrhundert nach Christus war von Krisen und Unruhen geprägt: Goten, Hunnen und Vandalen zogen durch Europa, plünderten Rom und besiegelten schließlich den Untergang des weströmischen Reiches. Die Sommer in Mitteleuropa waren zu dieser Zeit ungewöhnlich kalt und regnerisch, berichten jetzt Ulf Büntgen vom Eidgenössischen Forschungsinstitut WSL in der Schweiz und Kollegen (Science). Die Forscher stellten mit Hilfe detaillierter Klimaarchive erstmals einen engen Zusammenhang zwischen dem Aufstieg und Fall von Imperien und den klimatischen Bedingungen her. Dafür rekonstruierten sie Temperaturen und Niederschlag während der Sommermonate in Mitteleuropa anhand von Baumringen. Sie nutzten Proben von mehr als 7000 Eichen aus Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich.

„Das Klima während der Blütezeit des römischen Reichs war dagegen vergleichsweise stabil“, sagt Büntgen. Doch etwa ab dem Jahr 250 nach Christus spielte es verrückt: Die Temperaturen sanken, der Niederschlag stieg zunächst um mehr als 70 Prozent an, um dann zu Beginn des 6. Jahrhunderts abzufallen. Parallel erschütterten Unruhen zunächst nur die Peripherie, später auch das Zentrum des Riesenreichs.

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