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USA Die grüne Macht gegen Donald Trump

Der rigorose Antiklimakurs des US-Präsidenten Donald Trump stärkt Amerikas Umweltschützer - und beschert ihnen mächtige Verbündete.

Naturschutz
Den Schutz der Grizzlybären vor der Jägerlobby haben Naturschützer vor Gericht durchgesetzt. Foto: istock

Donald Trump ist ein passionierter Golfer. Das ist bekannt. Doch als Jäger hat er sich noch keinen Namen gemacht. Trotzdem versucht seine Regierung, die Jagd auf Grizzlybären im Yellowstone-Nationalpark und Umgebung wieder teilweise freizugeben. In den US-Bundesstaaten Idaho und Wyoming, auf deren Grund das Naturschutzgebiet liegt, leben noch rund 700 dieser Raubtiere. USA-weit gibt es noch 1200, während es früher einmal 50 000 waren. Trumps Administration erfüllte den Wunsch von Jägerlobby und Farmern, wieder auf die Grizzlys anlegen zu dürfen, nachdem das in beiden Staaten 44 Jahre lang verboten gewesen war. Die nationale Naturschutzbehörde gab die Jagd frei – und kassierte eine Niederlage.

Naturschutz-Verbände und Indianer-Stämme, die die Grizzlys als heilige Tiere sehen, hatten gegen Trumps Anordnung geklagt – und jetzt bekamen sie Recht. Der zuständige Bezirksrichter Dana Cristensen urteilte, die Regierung habe die Folgen ihrer Entscheidung für das langfristige Überleben der Spezies Grizzlybär nicht korrekt überprüft. Das Jagdverbot bleibt also bestehen. Farmer und Politiker aus beiden Bundesstaaten zeigten sich empört, doch die Umweltschützer jubelten.

Es ist ein typisches Muster für den verschärften Umwelt- und Klimaschutz-Kampf in der Ära Trump. Der Milliardär, Immobilien-Tycoon und Ex-TV-Star im Weißen Haus zieht sämtliche Register, um all das abzuschaffen, was er als Hindernis für Wachstum und Jobs sieht. Ob scharfe Emissionsgrenzwerte für Kohlekraftwerke, abgesenkte CO2-Limits für Autos oder eben Naturschutz-Bestimmungen. Und die Umweltschützer halten dagegen, vorzugsweise mit juristischen Mitteln, um die Entscheidungen der Regierung zu kippen oder deren Umsetzung zumindest so lange zu verhindern, bis in nun gut zwei Jahren – so hoffen sie zumindest – wieder ein Demokrat zum Präsident gewählt wird.

Der Umweltbewegung habe die Trump-Wahl nach dem ersten Schock Ende 2016, dass so etwas überhaupt geschehen konnte, „einen starken Zuspruch gebracht“, sagt der USA-Kenner Sascha Müller-Kraenner, Co-Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Vor allem der Ausstieg der Regierung in Washington aus dem Pariser Weltklimavertrag, den der Präsident ein halbes Jahre später verkündete, bewirkte eine starke Mobilisierung. Die Spenden nahmen deutlich zu, und viele Freiwillige, darunter viele Anwälte, meldeten sich bei den Verbänden wie dem „Sierra Club“ oder „Nature Conservancy“, um Trumps Öko-Rollback etwas entgegenzusetzen.

Der Anti-Trump-Gipfel in San Francisco

Trumps Anti-Klima-Kurs, den er seither noch verschärft hat, erzeugte eine starke Gegenbewegung. Nicht nur die Nichtregierungsorganisationen, sondern auch viele US-Bundesstaaten, Großstädte und Unternehmen stimmten in den Schlachtruf ein: „We are still in.“ Zu deutsch: „Wir sind noch drin“ – nämlich im Paris-Vertrag. So haben sich mehr als 200 Kommunen von Atlanta bis San Francisco verpflichtet, die in Paris verabschiedeten CO2-Ziele einzuhalten. In den fast zwei Jahren seit Trumps Wahl hat sich jenseits der Bundesebene eine Pro-Klima-Koalition gebildet, die es vorher in dieser Breite und Vehemenz nicht gab.

Sie hat den Anspruch, das wirkliche Amerika zu repräsentieren, in dem eine Mehrheit von 70 Prozent der Bürger den Klimawandel als Fakt anerkennt – und ihn nicht wie Trump für eine Erfindung der Chinesen hält, um mit CO2-Reduktionsauflagen der US-Wirtschaft zu schaden. „Ich glaube nicht, dass Trump die Gegenwart repräsentiert, aber er hat die Macht“, sagte der Gouverneur von Kalifornien, der Demokrat Jerry Brown, einer der Anführer der Klima-Bewegung. Der wichtigste Kampf sei deswegen der gegen den Präsidenten.

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