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Öko-Logisch Plastik im Polareis

Analog zur Weltklima-Konvention eine Weltplastik-Konvention, die alle Staaten zur Entmüllung des Planeten verpflichtet.

Plastikmüll im Packeis? Gigantische Mengen Kunststoff schwimmen in den Weltmeeren herum und bilden dort Müllstrudel, die teils so groß wie Mitteleuropa sind. Das ist bekannt. Auch weiß man, dass fein zerriebenes Mikroplastik sich fast überall im Wasser von Flüssen und Meeren sowie in den Sedimenten findet.

Doch nun das: Sogar im arktischen Eisschollen haben Polarforscher die Kunststoff-Partikel gefunden – und zwar in erschreckenden Mengen. Mancherorts stecken in einem Liter Packeis bis zu 12 000 Stücken Mikroplastik – das war der Rekord bei den Messungen. Wenn noch ein Beleg gefehlt hat, dass das Plastikmüll-Problem solche Dimensionen angenommen hat, dass die Weltgemeinschaft sich gemeinsam darum kümmern muss, dann ist er jetzt da. „Wir hielten die Messwerte zunächst nicht für möglich“, sagte die Kieler Expertin Ilka Peeken, die an der Untersuchung beteiligt war und am Alfred-Wegener-Institut (AWI) zusammen mit Kollegen den Einfluss des Klimawandels auf polare Biotope erforscht. Doch sie stimmten.

Der größte Teil der Plastikfracht stammt vermutlich aus dem größten der fünf Rieselstrudel in den Weltmeeren, dem „Great Pacific Garbage Patch“, er wird herangeschwemmt über die Beringstraße in den Atlantik. Doch anders, als man vermuten könnte, ist das Packeis kein Endlager für den Müll. Es ist sogar eine Art globales Verteilzentrum dafür. Das Eis rund um den Nordpol ist nämlich nicht statisch festgefroren, sondern die Schollen wandern von dort allmählich in andere Erdteile, wobei sie langsam abschmelzen und ihre Kunststofffracht wieder ins Wasser entlassen.

Das macht klar: Es ist keine Lösung abzuwarten, bis feststeht, ob die globale Plastikverseuchung nicht nur der Tierwelt, sondern womöglich auch dem Menschen direkt schadet, der das Mikroplastik mit seiner nächsten „gesunden“ Fischmalzeit auf den Teller bekommt. Viele Aktionen sind nötig, um den Plastikmüll zurückzudrängen – von der Verbraucheraufklärung über bessere Sammel- und Recyclingsysteme bis zur Einführung von biologisch abbaubarem Kunststoff. Und als Rahmen dafür braucht es analog zur Weltklima-Konvention eine Weltplastik-Konvention, die alle Staaten zur Entmüllung des Planeten verpflichtet.

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