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Max Uthoff „Kein Klimawandel, sondern eine Klimakatastrophe“

Kabarettist Max Uthoff über den Klimawandel als Inhalt einer Satiresendung und „Raumschiff Enterprise“ als geeignetes Vehikel.

12.05.2018 19:32
Max Uthoff
Max Uthoff vor der Darbietung seines Programms „Gegendarstellung“. Foto: Imago

Das Klima als Thema für eine Satiresendung? Geht nicht? Geht doch. Das zeigten die Chefs der ZDF-„Anstalt“, die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner. In der vorletzten Sendung des erfolgreichen Satireformats ging es um Themen wie die Folgen der globalen Erwärmung, den Paris-Klimavertrag und den Emissionshandel, aber eben bissig verpackt. Uthoff erklärt hier, wie so etwas funktioniert – als neue „Raumschiff Enterprise“-Folge. 

Herr Uthoff, als Kapitän Spock erklärten Sie in der „Anstalt“: Die Menschen zeigen keinerlei Einsicht – sie fahren weiter Auto, essen Fleisch und kaufen sinnlose Produkte. Wie halten Sie es in Ihrem Alltag mit dem Klimaschutz?
Tja, was sage ich da am besten? Sehr gerne würde ich mich ohne Fehl und Tadel zeigen, aber die Wahrheit ist: ich fahre ein zwölf Jahre altes Auto, habe auch Produkte, hinter deren Sinn ich noch nicht gekommen bin und ein paarmal im Jahr esse ich Fleisch, fühle mich hinterher nicht gut. Und denke: Das lasse ich aber jetzt endgültig. Ich würde also sagen: Guter Durchschnitt.

Wie kamen Sie darauf, den Klimawandel zum Thema Ihrer Sendung zu machen? 
Die Frage muss eher lauten: Warum hat es so lange gedauert, bis wir das Thema machen? Die Dringlichkeit dürfte sich herumgesprochen haben. Die Klimakatastrophe klopft an die Tür und die Menschheit sitzt auf der Couch und ruft: Stellen Sie es vor der Tür ab!

Wenn Sie einen Blick hinter die Kulissen erlauben: Ist es Ihnen schwergefallen, das Thema unterhaltsam aufzubereiten?
Nein, es war schnell klar, dass das Zitat des Raumschiffs Enterprise ein gutes Vehikel ist, um von außen einen Blick auf die Menschheit zu werfen. Wie häufig lag das größte Problem in der Lösung der Frage: Was bringen wir alles unter, auf welche Information müssen wir verzichten, um noch genug Raum für das Spiel zu haben. Der Blick der außerirdischen Enterprise-Mannschaft aus der Zukunft zeigt recht anschaulich, wie gefangen wir in unseren Denkmustern heute sind. Was wäre Ihrer Meinung nach notwendig, um die breite Öffentlichkeit zum Umdenken zu bewegen? 

Haben Sie ein Tipp für Klimaschützer parat?
Oh oh, schwierig. Wenn ich den idealen Weg kennen würde, um eingefahrene Denkmuster aufzubrechen... ich würde ihn verraten, versprochen! Sprache schafft Bewusstsein, fangen wir also zunächst damit an, das Kind beim Namen zu nennen, das was da auf uns zukommt, ist kein Klimawandel, sondern eine Klimakatastrophe.

Sie kritisieren vor allem die Untätigkeit der Politik: Gibt es ein Quäntchen Hoffnung, dass sich das die nächsten vier Jahre ändert?
Nein. In vielen anderen Bereichen hoffe ich auf den Protest der Unermüdlichen, der Besonnenen, derer, die verstanden haben, dass wir so nicht weiter machen können. Aber Hoffnung in diese Regierung? Nein.

Welche Reaktionen haben Sie auf die Sendung bekommen? Gab es viel Post?
Es gab Post und viel Zustimmung. Hübsch waren aber besonders die Mails derer, die schrieben, dass wir uns nun wohl endgültig auf die Seite des Mainstreams geschlagen hätten.

Interview: Susanne Götze

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