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Lima Minimalkonsens beim Klimagipfel

Die UN-Klimakonferenz verständigt sich auf erste Grundlagen für einen Weltklimavertrag. Nach intensiven Verhandlungen treffen die UN-Mitgliedsstaaten eine Einigung zur Lastenteilung bei der CO2-Reduzierung. Umweltverbände kritisieren den Kompromiss.

14.12.2014 08:49
Die Delegierten in Lima erreichen einen Kompromiss. Foto: REUTERS

Die UN-Klimakonferenz hat sich in einem Minimalkonsens auf erste Grundlagen für einen Weltklimavertrag verständigt. Die 195 Länder verabschiedeten in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) in Lima einen Beschlusstext, der aber nur sehr vage Kriterien für die nationalen Klimaschutzzusagen definiert, die im Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen. Umweltverbände sprachen von einem «gefährlich schwachen Text».

Im Streit um die Reduzierung der Treibhausgasemissionen wird ein Kompromiss erreicht. Nach tagelangen intensiven Verhandlungen trafen die UN-Mitgliedsstaaten eine Einigung zur Lastenteilung bei der CO2-Reduzierung, wie Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal am Sonntag mitteilte. Die Einigung, die als Grundlage für ein neues verbindliches Klimaabkommen dienen soll, wurde zwei Tage nach dem ursprünglich geplanten Ende der Konferenz am Freitagabend erreicht.

"Das Dokument ist verabschiedet", sagte Pulgar-Vidal, der als Gastgeber die Verhandlungen leitete, zum Applaus und Jubel der erschöpften Delegierten. Zudem wurde ein allgemeiner Zeitplan für die weiteren Verhandlungen beschlossen, die beim UN-Klimagipfel in Paris in Dezember 2015 zum Abschluss eines neuen dauerhaften und bindenden Klimaabkommens führen sollen. Insgesamt war zwei Wochen lang in Lima um die Aufteilung der Lasten zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern gerungen worden, wobei bis zuletzt eine Einigung fraglich schien.

Mehr Fragen als Antworten

Der Rohentwurf für einen Weltklimavertrag ist dem Beschluss als Textanhang angefügt. Die 37 Seiten umfassende Vorlage enthält allerdings mehr Fragen als Antworten, denn sie listet zahlreiche unterschiedliche Optionen auf, die von den Delegationen in Lima lediglich als eine erste Verhandlungsgrundlage formell anerkannt wurden. Die Details werden erst Anfang Dezember 2015 bei der UN- Klimakonferenz in Paris verhandelt und entschieden.

Das übergreifende Ziel ist es, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Nach Studien des Weltklimarates müssten für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad die Emissionen weltweit um 40 bis 70 Prozent bis 2050 reduziert werden, und auf nahe null bis Ende des Jahrhunderts. (afp/dpa)

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