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Klimawandel Was jeder tun kann

Die globale Erwärmung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Hier ein paar Hinweise, wie jeder Einzelne im Alltag seine CO2-Bilanz senken und den Klimawandel aufhalten kann.

Ein einziger Hin- und Rückflug Frankfurt – New York schlägt mit 3,6 Tonnen CO2 zu Buche. Foto: dpa

Erdbeeren im Winter? Schmecken meistens nicht. Haben auch eine miese Treibhausgas-Bilanz. Trotzdem ist, wer darauf nicht verzichten kann, kein Klimasünder. Zumindest kein großer. Denn der Verzicht auf Wintererdbeeren bringt im Vergleich mit anderen Möglichkeiten, CO2 einzusparen, relativ wenig. Wer wirklich etwa tun will, um seine persönliche Klimabilanz zu verbessern, sollte sich zuerst um die „Big Points“ des nachhaltigen Konsums kümmern.

Im Durchschnitt entfallen in Deutschland rund 24 Prozent der Treibhausgasemissionen auf Heizung und Strom, 23 Prozent auf Mobilität und 13 Prozent auf Ernährung. Der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 und Co. beträgt hierzulande im Mittel rund elf Tonnen. Wer CO2-bewusst lebt, kann den Wert auf rund fünf Tonnen senken.

Wer noch keinen Ökostrom-Vertrag hat, kann mit einem Wechsel zu einem guten Ökostrom-Anbieter (zum Beispiel mit Gütesiegel ok-power) mit geringem Aufwand viel CO2 einsparen. Ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt senkt seine Emissionen alleine dadurch um bis zu 14 Prozent. Ökostrom ist auch nicht unbedingt teurer als „Normalstrom“.

Beim Neukauf von Kühlschrank, Waschmaschine, TV oder PC sparsame Elektrogeräte zu wählen, lohnt sich für Klima und Geldbeutel. Haushalte mit alten Geräten verbrauchen doppelt so viel Strom wie Haushalte mit energieeffizienten. Ein Vier-Personen-Haushalt kann durch sparsame Geräte rund 400 Euro pro Jahr einsparen. Standby-Geräte sollte man bei Nichtnutzung möglichst vom Netz trennen, etwa per Steckerleiste.

Das Auto häufiger stehen lassen und dafür Füße, Fahrrad, Bus oder Bahn nutzen, hilft dem Klima und manchmal auch der Gesundheit. Weitere Tipps: das eigene Auto teilen oder beim Carsharing mitmachen. Vor allem der Verzicht auf Flugreisen nützt der CO2-Bilanz. Ein einziger Hin- und Rückflug Frankfurt – New York schlägt mit 3,6 Tonnen CO2 zu Buche, einer nach Australien sogar mit 11,3 Tonnen.

Bei wem Fahrrad, Bus, Bahn und Car-Sharing aus guten Gründen keine Option sind, der sollte beim Neukauf des Autos auf möglichst niedrigen CO2-Ausstoß achten – und dabei bedenken, dass die offiziell angegebenen Werte in der Praxis um bis zu 25 Prozent überschritten werden. Und das nicht nur bei Autos aus dem VW-Konzern. Prüfen sollte man, ob Größe und Motorleistung für den Gebrauch angemessen sind. Also eher keinen SUV fürs Brötchenholen kaufen.

Heizenergie einzusparen, ist oft leicht möglich und hilft in der CO2-Bilanz erheblich. Stichworte: Heizung regelmäßig warten lassen, Heizkörper entlüften, auf dichte Fenster achten, statt Dauerlüften mit gekipptem Fenster lieber Stoßlüften, mal ausprobieren, ob man auch mit einem leichten Absenken der Raumtemperatur plus Pullover hinkommt.

Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt, hat viele Möglichkeiten zum CO2-Sparen – vom Austausch der alten Heizung über den Ersatz alter Fenster durch solche mit Dreifachverglasung bis zur energetischen Vollsanierung. Wer in einem Passivhaus statt im unsanierten Altbau wohnt und sich mit 40 statt 60 Quadratmetern Wohnfläche bescheidet, senkt seine CO2-Bilanz um volle zwei Tonnen pro Jahr.

Das Konsumverhalten zu überdenken, nützt dem Portemonnaie, schont aber auch Ressourcen und Klima. Kaufen sollte man nur Dinge, die man wirklich braucht und möglichst keine Wegwerfware – zum Beispiel keine „Fast-Fashion“-Kleidung, die man nach drei Wochen wegschmeißt. Bei Produkten auf Langlebigkeit zu achten, lohnt sich.

Sich klimafreundlich zu ernähren, heißt: Konsum von Fleisch- und Milchprodukten reduzieren, bevorzugt regionale und saisonale Produkte kaufen und dann möglichst aus Bioanbau. Ein Kilo Rindfleisch zum Beispiel bringt 15,5 Kilo CO2 auf die Klimawaage. Auf stark verarbeitete Lebensmittel und unnötige Verpackungen sollte man verzichten.

Wer Geld übrig hat, sollte bei der Anlageform auch den Umweltaspekt beachten. Wer in ökologische Projekte investiert – zum Beispiel Anteile einer Solarstrom-Genossenschaft ersteht – lässt sein Geld automatisch für den Klimaschutz arbeiten. Die Renditen sind fast nie geringer als bei anderen Anlagen, oft sogar höher.

Wer Flugreisen oder lange Pendelstrecken im Auto nicht vermeiden kann, hat die Möglichkeit, die dabei entstandenen Emissionen durch eine freiwillige Abgabe zu kompensieren. Unternehmen wie Atmosfair, Myclimate oder Klimakollekte finanzieren mit dem Geld Projekte, die CO2 einsparen – etwa den Bau von Solaranlagen oder Aufforstungen, oft in Entwicklungsländern.

Quellen: Umweltbundesamt, Öko-Institut, Klimasparbuch Frankfurt 2016 aus dem Oekom-Verlag

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