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Klimawandel Die richtige Fruchtfolge schützt das Klima

Wissenschaftler entwickeln eine Methode, um den CO2-Fußabdruck von Brot, Milch oder Rapsöl zu verringern.

Close-Up Of Wheat Growing On Farm Against Sky
Verschiedene Früchte sollten auf dem gleichen Feld abwechselnd angebaut werden. Foto: getty

Im Mittelalter war das System ganz einfach. Im Herbst wurde ein Wintergetreide wie Winterroggen ausgesät, das im folgenden Sommer geerntet wurde. Im Jahr darauf wuchs ein Sommergetreide wie Hafer – und dann lag das Feld ein Jahr brach. Dadurch konnte sich der Boden erholen, und weil die Felder während der Brache als Viehweide dienten, wurden sie zusätzlich gedüngt. Dann begannen die Bauern wieder mit Wintergetreide. Die Dreifelderwirtschaft des Mittelalters ist heute nicht mehr üblich. Landwirte nutzen verschiedene Möglichkeiten, um Pflanzen in einer Fruchtfolge anzubauen. Fruchtfolge bedeutet, dass auf dem gleichen Feld verschiedene Früchte wie Weizen, Mais, Rüben oder Raps abwechselnd angebaut werden.

Die Praxis hat viele Vorteile und wird sowohl in der ökologischen als auch der konventionellen Landwirtschaft angewandt. Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Unkräuter haben es dadurch viel schwerer, weil sie meist auf bestimmte Anbauarten spezialisiert sind.

Wer Früchte in einer günstigen Fruchtfolge anbaut, spart sowohl Dünger als auch Pflanzenschutzmittel und bekommt außerdem höhere Erträge. Das hat auch Folgen fürs Klima: Je mehr Dünger und Pflanzenschutzmittel beispielsweise nötig sind, desto mehr CO2 wird insgesamt ausgestoßen.

Eine neue Methode

Wie genau sich die Fruchtfolge auf das Klima auswirkt, konnte man aber bisher nicht berechnen. Der Umweltwissenschaftler Gerhard Brankatschk von der TU Berlin will das ändern. In seiner Doktorarbeit hat er eine Methode entwickelt, um die Wirkungen der Fruchtfolge bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks einzubeziehen. Das Ergebnis: Wenn man die Fruchtfolge mitberücksichtigt, wird der CO2-Fußabdruck von Weizenbrot um elf Prozent, von Kuhmilch um 22 Prozent und von Agrodiesel aus Raps um 16 Prozent kleiner.

Im CO2-Fußabdruck sind zum Beispiel die Emissionen durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, durch Pestizide und Dünger enthalten. Vor allem die Düngemittel sind nicht zu vernachlässigen. Emissionen entstehen nicht nur, wenn chemischer Dünger mit hohem Energieaufwand hergestellt und transportiert wird, sondern auch auf dem Feld. Wenn Stickstoff in Form von Nitrat gedüngt wird, kann daraus auf dem Feld Lachgas entstehen, ein Klimagas, das 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid.

In der neuen Methode kommt der Effekt der Fruchtfolge zu den Klimawirkungen hinzu. „Momentan ist das System, das betrachtet wird, nur eine Frucht. Wir schauen uns nun aber mehrere Jahre an“, erklärt Brankatschk. „Dadurch, dass manche Früchte mehr und manche weniger Erträge haben, teilt sich die Umweltwirkung auf.“

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