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Klima Frischer Wind für Ökogas

Synthetische Gase könnten helfen, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral wird.

Erdgasförderanlage
Auch Erdgas ist ein fossiler Energieträger – hier wird es in einer Anlage nahe Rotenburg in Niedersachsen gefördert. Foto: dpa

Erdgasautos sind gut für den Klimaschutz, denn sie stoßen weitaus weniger Abgase in aus, als Benziner oder Diesel. Trotzdem bleibt auch das Erdgas ein fossiler Energieträger und muss aus den Tiefen der Erde gefördert und transportiert werden. Dabei tritt oftmals klimaschädliches Methan aus. Auch beim Verbrennen entstehen Schadstoffe. 

Will Deutschland bis 2050 klimaneutral werden, kommt das Land auch um den weitgehenden Ersatz von Erdgas nicht herum. So erprobt der Autobauer Audi seit 2013 im niedersächsischen Werlte, wie sich mithilfe von Ökostrom synthetisches Gas herstellen lässt. Zunächst entsteht per Elektrolyse Wasserstoff, dieser wird unter Zugabe von CO2 methanisiert. Audi nennt das Produkt dann „e-gas“. Wird das „e-gas“ dann im Motor verbrannt, ist die Antriebsenergie klimaneutral. 

Jahre von Erdgas sind gezählt

Die Symbiose aus Ökostrombranche und Gaswirtschaft könnte der Energiewende noch nützlich werden. Während die Windbranche um Akzeptanz kämpft und vor enormen Speicherproblemen steht, sind die Jahre von Erdgas gezählt, wenn die Welt bis Mitte des Jahrhunderts aus den fossilen Energien aussteigt.

„Aus einem Gegeneinander ist eine Kooperation geworden“, verkündete Hermann Albers, Chef des Windkraft-Branchenverbandes BWE, Mitte Dezember in Berlin. Die Gemeinsamkeiten liegen auf der Hand: Um künftig ganz Deutschland erneuerbar versorgen zu können, werden riesige Speichersysteme gebraucht, um Angebot und Nachfrage zu regeln. Bläst der Wind nicht und ist es bewölkt, dürfen die Haushalte schließlich nicht im Dunkeln bleiben. Große Batteriesysteme sind dafür aber noch in der Entwicklung und sehr teuer. Außerdem können sie den Strombedarf höchstens für ein, zwei Tage decken. Für „Dunkelflauten“ von zwei Wochen, wie sie alle paar Jahre in Deutschland eintreten, sind sie nicht ausgelegt.

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