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Insekten Tigermücke breitet sich weiter aus

Auch Nordeuropa bietet ein geeignetes Klima für die Tigermücke. Sie kann beispielsweise das Zika- und das Dengue-Virus übertragen.

Tigermücke
Die Aedes albopictus oder auch: Asiatische Tigermücke. Foto: afp

In den nächsten Jahrzehnten werden von Vektoren übertragene Infektionskrankheiten deutlich zunehmen. Davon sind Wissenschaftler der Goethe-Universität und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung überzeugt, Vektoren sind Lebewesen, die Erreger von einem Wirt auf einen anderen Organismus übertragen, ohne selbst zu erkranken. Zecken gehören dazu sowie viele Stechmücken, die in tropischen und subtropischen Gebieten heimisch sind. Der Klimawandel und der globale Waren- und Reiseverkehr haben dazu geführt, dass sie sich inzwischen weit über ihre ursprünglichen Regionen hinaus verbreitet haben.

Das Frankfurter Forscherteam hat speziell die ökologischen Nischen der Gelbfieber- und der asiatischen Tigermücke auf verschiedenen Kontinenten verglichen. Das Ergebnis: Bei der Gelbfiebermücke sei mit einer weiteren Verbreitung nicht zu rechnen, da sie aufgrund ihrer längeren Geschichte als Einwanderin ihre Nische in nicht-heimischen Gebieten fast vollständig ausfülle. Die Tigermücke hingegen sei noch nicht überall dort angekommen, wo sie geeignete Umweltbedingungen hätte. Beide Mücken können gefährliche Krankheitserreger übertragen: Bei der Gelbfiebermücke sind es das Gelbfieber-, das Dengue- und das Zika-Virus sowie einige andere Viren. Die Tigermücke kann ebenfalls das Zika- und das Dengue-Virus übertragen, ebenso das West-Nil- und das Chikungunya-Virus.

Verbreitung weltweit möglich

Die Gelbfiebermücke überwand bereits vor 300 bis 400 Jahren vermutlich durch die Ausweitung von Zuckerrohrplantagen und den Sklavenhandel die Grenzen Afrikas. Sie komme heute unter vielen Umweltbedingungen, die auch in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet herrschen.

Die aus Süd- und Südostasien stammende Tigermücke wurde erst in den letzten Jahrzehnten nach Europa eingeschleppt - neben dem Tourismus spielt nach Angaben der Forscher der Handel mit Autoreifen und Glücksbambus dabei eine wichtige Rolle. Anders als die Gelbfiebermücke komme sie noch nicht überall vor, wo geeignete Bedingungen vorliegen. Daraus leiten die Forscher für die Zukunft ein weiteres „Ausbreitungspotenzial“ ab. „Mittlerweile ist die Asiatische Tigermücke in Südeuropa fast flächendeckend verbreitet und wird sich aufgrund der breiten Nische auch in Nordeuropa unaufhaltsam ausbreiten und etablieren“, sagt Studienleiter Sven Klimpel. Und es sind noch weitere ungebetene Gäste s auf dem Vormarsch, so die Asiatische Buschmücke. die das West-Nil-Virus oder die Japanische Enzephalitis übertragen kann. 

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