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Flugverkehr Wie Verkehr in der Luft aufs Klima wirkt

Die Nasa und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt planen gemeinsame Untersuchungen zur Klimawirkung verschiedener Kraftstoffmischungen im Flugverkehr.

Kondensstreifen über Japan
Kondensstreifen: Nasa und DLR untersuchen gemeinsam die Zusammensetzung verschiedener Treibstoffgemische und ihre Auswirkungen aufs Klima. Foto: dpa

Mit gemeinsamen Forschungsflügen wollen die US-Weltraumbehörde Nasa und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Klimawirkung des Luftverkehrs untersuchen. Insbesondere sollen die Emissionen und ihr Einfluss auf die Wolkenbildung aus Kondensstreifen – und damit ihre Klimawirkung untersucht werden. Zu diesem Zweck ist das Forschungsflugzeug A320 ATRA des DLR mit unterschiedlichen Kraftstoffmischungen unterwegs, während ihm das „fliegende Labor“ in einer DC-8 der Nasa folgt, um im Abgasstrahl Rußpartikel, Gasemissionen und Eiskristalle im Kondensstreifen zu messen.

Der Fokus liege dabei auf der Messung der Emissionen verschiedener Kraftstoffmischungen, erklärt Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. „Besonders interessiert uns, wie sich die Rußemissionen der unterschiedlichen Treibstoffe auf die Strahlungseigenschaften und Lebensdauer der Kondensstreifen auswirken.“ Kondensstreifen bestehen aus vielen kleinen Eispartikeln, die sich durch Kondensation von Wasserdampf an den Rußpartikeln der Flugzeugabgase bilden.

Neben den Emissionen wollen die Forscher aber auch untersuchen, wie sich die verschiedenen Kraftstoffmischungen auf die Leistungsfähigkeit der Triebwerke auswirken.

Biokraftstoffe unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung von herkömmlichem Kerosin dadurch , „dass sie reine Paraffine sind und keine zyklischen Kohlenwasserstoffe beinhalten“, erläutert Patrick Le Clercq vom DLR-Institut für Verbrennungstechnik. „Diese veränderte Zusammensetzung hat Auswirkungen auf die Bildung von Ruß bei der Verbrennung.“

Erste gemeinsame Flüge von DLR und Nasa in Kalifornien hätten 2014 bereits gezeigt, dass eine Beimischung von 50 Prozent alternativem Kraftstoff den Ausstoß an Rußpartikeln eines Triebwerks um 50 bis 70 Prozent gegenüber der Verbrennung von reinem Kerosin reduzieren könne, sagt Nasa-Forscher Bruce Anderson. Das lege nahe, dass damit auch die Zahl der Eiskristalle reduziert werde. Diese Frage sei von „großer Bedeutung“, ergänzt Hans Schlager, „weil Kondensstreifen und die sich daraus bildenden Zirruswolken vermutlich eine größere wärmende Wirkung auf die Erdatmosphäre haben, als alle über mehr als 100 Jahre in der Atmosphäre gesammelten Kohlendioxid-Emissionen des Luftverkehrs zusammen.“

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