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Energie Klimaschutz braucht die Wärmewende

Kommunale Unternehmen sehen großen Handlungsbedarf, um die deutschen Emissionsziele zu retten. Ein Weg wäre die Verknüpfung von Strom- und Wärmenetzen.

Mainova | Fernwärme | Frankfurt | 10.08.2017
Für den Wärmebereich wird in Deutschland etwa doppelt so viel Energie benötigt wie für die gesamte Stromversorgung. Foto: Peter Jülich

Es ist ganz schön kalt geworden. Die Heizungen wurden schon vor Wochen angeworfen und sie werden noch einige Monate laufen, um Wohnungen, Arbeitsplätze und Verwaltungsgebäude warmzuhalten. Entsprechend hoch ist der Energiebedarf. Für den Wärmebereich wird in Deutschland etwa doppelt so viel Energie benötigt wie für die gesamte Stromversorgung.

Der Wärmeanteil am deutschen Energiebedarf liegt nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) bei über 50 Prozent. Gut die Hälfte der gesamten Wärmeenergie, rund 650 Terawattstunden, entfällt demnach auf die Beheizung von Räumen und Gebäuden. 130 Terawattstunden dienen der Warmwasserbereitung, weitere 530 Terawattstunden verbraucht die Industrie als Prozesswärme.

Es handelt sich dabei um wahrhaft unvorstellbare Mengen: Eine Terawattstunde entspricht 1000 Milliarden Wattstunden. Gigantisch sind allerdings auch die Umweltfolgen: Mehr als ein Drittel des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland geht auf das Konto des Wärmesektors. „Die Wärmeerzeugung ist ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Klimapolitik“, sagte AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer am Mittwoch auf einer gemeinsamen Konferenz mit dem VKU. 

Ganze Stadtviertel könnten von Abwärme profitieren

Mit Blick auf den Klimaschutz gibt es nach Ansicht von VKU und AAE jede Menge Handlungsbedarf. Denn anders als in der Stromerzeugung spielen erneuerbare Energien im Wärmesektor bisher eine nur untergeordnete Rolle. Während im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 35 Prozent des im Inland verbrauchten Stroms aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft gewonnen wurde, waren es 2016 im Wärmebereich gerade einmal 13,4 Prozent. „Wir brauchen nicht nur eine Strom- und Verkehrswende, sondern auch eine Wärmewende“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. Ziel müsse sein, auch die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare und emissionsarme Quellen umzustellen.

Notwendig ist nach Ansicht von VKU und AEE aber nicht allein eine solche Umstellung. Zu einer klimafreundlichen Energienutzung müsse eine Verknüpfung der kommunalen Strom- und Wärmeversorgungsnetze wesentlich beitragen. Damit könnte überschüssiger (Öko-) Strom nach dem Tauchsieder-Prinzip zur Wärmerzeugung genutzt werden. Bisher ist eine solche Sektorenkoppelung noch die Ausnahme. Gleiches gilt für die Abwärme von Müllverbrennungsanlagen (MVA) und Industriebetrieben. 

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