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„Berliner Kreis“ Konservative in der CDU wollen Klimaschutz aufweichen

Eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten, Rohstoffabbau: Der konservative „Berliner Kreis“ der CDU sieht Vorteile in der Erderwärmung - und fordert von Kanzlerin Merkel einen Kurswechsel in der Klimapolitik.

03.06.2017 19:43
Klimawandel
Kleine Inselstaaten wie Kiribati, zu dem das Atoll Kiritimati gehört, sind vom Anstieg der Meeresspiegel unmittelbar betroffen. Konservative in der CDU finden: Die Vorteile des Klimawandels könnten die Nachteile überwiegen. Foto: dpa

Kurz nach der Abkehr der USA vom Klimaschutzabkommen hat eine Gruppe von Konservativen in der CDU einem Medienbericht zufolge einen Kurswechsel in der deutschen Klimapolitik gefordert. Nötig sei ein Ende der „moralischen Erpressung“ durch die Forschung und der „Abschied von deutschen Sonderzielen“ bei der Bekämpfung der Treibhausgase, zitierte das ARD-Hauptstadtstudio am Samstag aus einer ihm vorliegenden Erklärung des „Berliner Kreises“ in der CDU.

Die Autoren wenden sich demnach gegen einen einseitig negativen Blick auf die Folgen der Erderwärmung. So seien „die mit dem Schmelzen des polaren Meereises verbundenen Chancen (eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten, Rohstoffabbau) vermutlich sogar größer als mögliche negative ökologische Effekte“. Zu den Verfassern gehörten etwa die Bundestagsabgeordneten Philipp Lengsfeld und Sylvia Pantel.

US-Präsident Donald Trump hatte den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen am Donnerstag verkündet und dies mit einer stärkeren Berücksichtigung von US-Interessen begründet. International war sein Schritt scharf kritisiert worden. Ziel des Abkommens ist es, die Erderwärmung durch eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auf unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Das Zwei-Grad-Ziel ist dem ARD-Bericht zufolge aus Sicht der Autoren „realistisch nicht mehr erreichbar“. Deshalb sei es der falsche Weg, die Lücke durch „aggressive politische Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase“ noch schließen zu wollen. Das sei „selbst in Deutschland politisch kaum noch durchzusetzen und würde sicherlich auch zu massiven sozialen Verwerfungen führen“.

Der SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Martin Schulz hingegen sprach im „Spiegel“ von einem „sehr kurzfristigen Kalkül“, das Trump bei seiner Entscheidung leitete. Der US-Präsident sei ausgestiegen, weil er Umweltstandards für US-Produkte senken und billiger produzieren wolle. „Es wird nicht aufgehen, weil Trump so eine große Chance zur Modernisierung der amerikanischen Industrie verpasst“, so Schulz. (dpa)

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