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Klimawandel Verheerender Winter für Ozonschicht

Die Ozonschicht über der Arktis ist schwer in Mitleidenschaft gezogen: Der Winter hat 40 Prozent der schützenden Schicht zerstört. Auch in Deutschland ist mit einer höheren Belastung zu rechnen.

05.04.2011 14:31
Foto: REUTERS

Die Ozonschicht über der Arktis ist schwer in Mitleidenschaft gezogen: Der Winter hat 40 Prozent der schützenden Schicht zerstört. Auch in Deutschland ist mit einer höheren Belastung zu rechnen.

Die schützende Ozonschicht über der Arktis hat in diesem Winter einen Rekordverlust erlitten. Wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Dienstag in Genf mitteilt, gab es zwischen dem Beginn des Winters und Ende März einen Rückgang um 40 Prozent, zuvor hatte der Rekord der Zerstörung der Ozonschicht bei 30 Prozent im Laufe eines Winters gelegen. Die WMO hatte dazu Beobachtungen am Boden sowie per Satellit angestellt.

In diesem Winter sei über der Arktis etwa ein Drittel des Ozons in der gesamten Atmosphäre zerstört worden, sagt auch Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut. Das haben Messungen eines internationalen Netzwerkes ergeben, das von der Außenstelle Potsdam des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) koordiniert wird.

Die Ozonschicht schützt die Erde vor ultravioletten Strahlen der Sonne. Durch ihren Abbau, das sogenannte Ozonloch, steigt die Gefahr von Hautkrebs und Sonnenbrand. Die Strahlen zerstören zudem die Vegetation auf der Erde.

Weil die entsprechenden Luftmassen südwärts driften können, sei auch über Deutschland mit einer höheren Belastung durch ultraviolette Strahlen zu rechnen. "Deswegen sollte man im Frühjahr auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten", rät Rex.

Auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erwartete Mitte März schon einen Rekord-Ozonschwund, ausgelöst durch einen stabilen Polarwirbel in der Atmosphäre über dem Nordpol.

Die WMO macht „ozonschädliche Substanzen in der Atmosphäre und den sehr kalten Winter“ für die starke Ausdünnung der Ozonschicht verantwortlich. Menschen in der Region würden daher in den kommenden Wochen erhöhter UV-Strahlung ausgesetzt sein, erklärte die UN-Organisation.

Auslöser für das Schwinden der Ozon-Schicht sind Abbauprodukte von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die sich in Verbindung mit großer Kälte zu ozonzerstörenden Substanzen entwickeln. In der Ozon-Schicht über der Arktis herrschen zur Zeit ungewöhnlich tiefe Temperaturen vor, die laut Rex in Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen können.

Dank des Montréal-Abkommens von 1987 über das Verbot ozonschädlicher Chemikalien wie FCKW dürfte die Ozonschicht dank ihrer natürlichen Erholung außerhalb der Polarregionen zwischen 2030 und 2040 wieder ihr Niveau der Jahre vor 1980 erreichen. Laut WMO ist mit einer Regeneration der Schicht über der Antarktis aber erst 2045 bis 2060 zu rechnen, über der Arktis zehn bis 20 Jahre früher. Chemische Substanzen halten sich jahrelang in der Atmosphäre.

Der Abbau in der Arktis sei aktuell stärker als die Veränderungen in der Antarktis, wo sie bereits zu einem großen Ozon-Loch in der Atmosphäre geführt haben. Weil der Ozongehalt über der Arktis höher sei als über Antarktis, könne man im Norden noch nicht von einem Loch sprechen, erläutert AWI-Wissenschaftler Rex. (afp/dpa)

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