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Fritz Vahrenholt SPD-Rebell hält Klimaprognosen für übertrieben

Die Klimakatastrophe bleibt aus – mit dieser These provoziert der RWE-Aufsichtsrat und ehemalige Politiker Vahrenholt. Dem Weltklimarat wirft er einseitiges Denken vor; dieser unterschätze die Wirkung von zwei wichtigen Effekten.

06.02.2012 15:21
Fritz Vahrenholt provoziert mit seinem Buch "Die kalte Sonne". Foto: dpa

Er hat einen Schnurrbart wie Sarrazin und die gleiche Lust an der Provokation: Die globale Erwärmung bleibe bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius, sagt Fritz Vahrenholt in einem Spiegel-Gespräch, also unter der tolerierbaren Grenze.

Vahrenholt ist RWE-Aufsichtsrat, bis vor Kurzem war er bei dem Energieriesen für den Ausbau regenerativer Energien zuständig. Jetzt hat er ein Buch über den Klimawandel veröffentlicht, das die gängige Lehrmeinung infrage stellt. Der Titel: "Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet".

Vahrenholt bestreitet nicht, dass Kohlendioxid zu einem Anstieg der Temperatur führt. Allerdings habe die Wissenschaft zwei Effekte unterschätzt:

  • Die Sonnenaktivität, die in den kommenden Jahren abnehme. Dies führt laut Vahrenholt dazu, dass wegen des schwächeren Magnetfelds sogenannte Aerosole gebildet werden, welche die Wolkenbildung beschleunigen. Dies führe zur Abkühlung, das beweise eine Studie des Teilchenzentrums CERN.
  • Kältere Meeresströmungen sorgen laut Vahrenholt seit 2000 für eine weitere Abkühlung.

Ihm zufolge können nur diese Effekte erklären, dass die Erdtemperatur in den letzten 14 Jahren trotz zunehmender CO2-Emissionen nicht weiter anstieg.

Ist der Klimarat parteiisch?

Er hat auch eine Erklärung dafür, wieso die Experten vom Weltklimarat daraus andere Schlüsse ziehen: Von den 32 Mitgliedern, die den wichtigsten Bericht schreiben, seien „fast ein Drittel mit Umweltorganisationen wie Greenpeace oder dem WWF verbunden“, kritisiert er. In seinen Augen ist der Rat vor allem ein politisches Gremium.

Ökostrom ist so oder so gut

Der Physikprofessor Werner Weber von der Uni Dortmund hat an dem Buch mitgearbeitet – und bläst ins selbe Horn. „Die maßlosen Hitze-Prognosen des Weltklimarats sind reine Angstmache!“, schreibt er in der Bild-Zeitung.

Der Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts Jochem Marotzke sieht das Buch kritisch, viele Thesen darin seien widerlegt. Trotzdem räumt er ein, dass die Klimaforschung es teils versäumt habe, Phänomene des Klimawandels zu erklären.

Falls er Recht habe, sagt Vahrenholt, sei das kein Grund, den Ausbau regenerativer Energien zu stoppen. Es gebe auch so genügend Gründe für eine Umstellung: Die Öl-und Gasknappheit zum Beispiel und die Abhängigkeit von Diktatoren beim Öl-und Gasimport. (jno)

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