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Arktis-Expedition Wie ein Regenwald mitten in der Wüste

Forscher einer Nasa-Expedition machen eine verblüffende Entdeckung im Arktischen Ozean: Unter meterdickem Eis gedeihen Pflanzen - und sie wachsen hier schneller als in offenen Gewässern.

Tiefblau ist die arktische See normalerweise - jetzt haben Forscher ganze Teppiche von Plankton entdeckt. Foto: NASA Goddard Space Flight Center

Als würde man inmitten der Wüste auf einen Regenwald stoßen - mit diesem Vergleich veranschaulicht die Nasa eine Entdeckung, die Wissenschaftler auf einer Klimaexpedition im Arktischen Ozean machten. Unter meterdickem Eis fanden die Forscher maritime Pflanzen - offenbar eine Folge des Klimawandels, so die Nasa.

Die mikroskopisch kleinen Pflanzen, Phytoplankton genannt, würden die Basis der marinen Nahrungskette bilden. Normalerweise gedeihe Phytoplankton im Arktischen Ozean nur im Sommer, wenn sich das Eis zurückbildet. Die Forscher glauben, dass die dünner werdende Eisschicht inzwischen genug das Sonnenlicht durchlässt, so dass die Pflanzen auch darunter wachsen können.

"Es ist wie die Suche nach den Amazonas-Regenwald in der Mitte der Mojave-Wüste", sagte Paula Bontempi, Leiter des Biologie- und Biogeochemie-Programms der Nasa. Die Funde unterm Eis würden bestätigen, was Satellitenbilder zuvor bereits angedeutet hätten - und doch sagt Kevin Arrigo von der Stanford University in Kalifornien, Hauptautor der Studie: "Wenn jemand mich vor der Expedition gefragt hatte, ob wir unter dem Eis Blüten sehen, ich hätte geantwortet: unmöglich". Arrigo weiter: "Diese Entdeckung war eine völlige Überraschung."

Das unter dem Eis entdeckte Phytoplankton breite sich deutlich schneller aus als in offenen Gewässern - die entdeckten Pflanzen seien an manchen Stellen bis zu zehn Mal so produktiv. Schnell wachsendes Phytoplankton verbrauche große Mengen an Kohlendioxid, so die Nasa. Schmelze das Eis der Arktis weiter, könne sich die Phytoplankton-Blüte entsprechend weiter ausbreiten.

Die von der Nasa geförderte ozeanografische Expediton mit dem Namen "Icescape" untersuchte in den vergangenen zwei Jahren, welche Auswirkungen die Klimaveränderung auf das Ökosystem der Arktis hat. Ein Eisbrecher war zu diesem Zweck auf den arktischen Gewässern in der Beaufort- und der Tschuktschensee an der West- und Nordküste Alaskas unterwegs. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

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