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Klima Stürmische Zeiten in Hamburg

Zwischen „Xavier“ und „Herwart“ veröffentlicht die Hansestadt ihren zweiten Klimabericht.

Hamburg
Eine Folge von Sturm „Herwart“: Der Hamburger Fischmarkt stand unter Wasser. Foto: rtr

Kein Déjà-vu – also eine Erinnerungstäuschung – erlebten die Hamburger im Oktober, sondern stürmische Zeiten. Anfang des Monats zog das Sturmtief „Xavier“ über die Stadt hinweg. Vier Wochen später musste die Feuerwehr erneut eine Sturmwarnung herausgeben. „Herwart“ ließ die Elbe über die Ufer treten, Straßen am Hafen sowie der Fischmarkt wurden überspült. Die Hochbahn stellte den Betrieb teilweise ein. Die Feuerwehr twitterte: „Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich.“

Mit Windspitzen bis Tempo 125 zählte „Herwart“ laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu den stärksten Stürmen der letzten zehn Jahre – stärker sogar als sein Vorläufer „Xavier“. Dennoch richtete „Herwart“ weniger Schäden an. Das lag, erklärt der DWD, auch am vielen Laub, das bei „Xavier“ noch an den Bäumen hing und die Äste zusätzlich belastete. Der durch den Regen aufgeweichte Boden hatte ein Übriges getan, um Bäume zu entwurzeln.

Der Oktober war vor allem in der zweiten Dekade ungewöhnlich warm. Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,1 Grad Celsius war der Monat laut DWD um 2,1 Grad wärmer als das Mittel der geltenden Referenzzeit von 1961 bis 1990. Selbst verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 beträgt die Abweichung noch 1,9 Grad. Damit gehörte der Oktober 2017 zu den zehn wärmsten Oktobern seit Beginn der Aufzeichnungen 1881.

Zufall oder nicht – mitten in die stürmischen Zeiten hinein wurde der zweite Hamburger Klimabericht des Klimacampus‘ Hamburg veröffentlicht. Danach treffen die kommenden Klimatrends die Stadt mit ziemlicher Wucht. Wetterextreme nehmen zu, darunter Starkniederschläge und regenreiche Tage, ebenso Sturmfluten. Je nach Erfolg der globalen Klimapolitik, die sich ab Dienstag in Bonn zur 23. Vertragsstaatenkonferenz versammelt, wird sich – so die Prognose – die Temperatur in Hamburg und Norddeutschland bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere ein bis fünf Grad erhöhen.

Gegenüber dem ersten Hamburger Klimabericht aus dem Jahr 2010 haben sich die Autoren entschieden, in den zweiten ein neues Kapitel über die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels in der Metropolregion Hamburg aufzunehmen. Dabei spielt der sogenannte Stadteffekt eine Rolle. Im Stadtgebiet von Hamburg ist es im Schnitt etwa 0,1 Grad wärmer als im Umland, mit lokalen Spitzenwerten von 1,2 Grad in der Innenstadt, heißt es im Bericht. Dieser Effekt ändere sich mit dem Klimawandel zwar kaum, jedoch würden Temperatur-Grenzwerte schneller überschritten. Heiße Tage träten dann in der Stadt häufiger auf.

Bisher mangelt es aber an quantitativen Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels, schränkt der Klimabericht ein. Nur in Einzelfällen ließen sich Zusammenhänge von klimatischen Veränderungen und Gesundheit belegen, etwa bei besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen wie älteren Menschen und Kindern.

Kinder als Betroffene kommen im derzeit gültigen Hamburger Aktionsplan „Anpassung an den Klimawandel“ de facto nicht vor. Der 2013 beschlossene Plan konzentriert sich noch ganz auf Maßnahmen für Altenpflegeeinrichtungen – und überlässt die Umsetzung den Einrichtungen selbst.

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