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HPV-Impfung Zweifel an der Wirksamkeit

Dreizehn Wissenschaftler verschiedener deutscher Forschungseinrichtungen fordern eine Neubewertung der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Sie sind der Meinung, dass die Wirksamkeit deutlich niedriger sein könnte als angenommen.

28.11.2008 10:11
Mit der HPV-Impfung soll die Zahl an sogenannten Zervixkarzinomen gesenkt werden. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Symbolbild). Foto: dpa

Bielefeld. Neue Zweifel an der Impfung gegen Humane Papillom-Viren (HPV): Nach Einschätzung von 13 Wissenschaftlern verschiedener deutscher Forschungseinrichtungen ist die Wirksamkeit der Impfung nicht angemessen geprüft worden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die Mediziner die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut zu einer Neubewertung auf. Zugleich kritisieren sie, dass "mit unrealistischen Hochrechnungen falsche Erwartungen an den Impfstoff geweckt" und bei Frauen "mit falschen Informationen zum Risiko des Gebärmutterhalskrebses Angst und Schuldgefühle erzeugt werden".

Mit der HPV-Impfung soll die Zahl an sogenannten Zervixkarzinomen gesenkt werden. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 2.000 sterben im gleichen Zeitraum an der Krankheit. Auslöser für den Krebs ist in den meisten Fällen eine Infektion mit den Humanen Papillom-Viren.

Der Impfstoff gegen die Erreger kann das Krebsrisiko vermindern - wirkt bisher aber nur dann, wenn die Immunisierung vor der Infektion erfolgt. Die Stiko empfiehlt die Schutzmaßnahme daher besonders Mädchen und junge Frauen, da vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden sollte.

Bei 12- bis 17-Jährigen übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Ob aber der Schutz vor HPV-Infektionen tatsächlich die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs senken kann, wird sich nach Ansicht von Experten erst innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre zeigen.

Die 13 Wissenschaftler kritisieren besonders, dass zum Zeitpunkt der Prüfung durch die Stiko die Daten aus den entscheidenden Studien noch gar nicht vorgelegen hätten und besonders relevante Daten bis heute noch nicht veröffentlicht seien. In eigenen Recherchen seien aber Hinweise gefunden worden, dass die Wirksamkeit deutlich niedriger liegen könne als bisher angenommen.

Einige der Zahlen, die die Stiko ihrer Entscheidung zugrunde gelegt habe, seien zudem überhaupt nicht nachvollziehbar. Die gemeinsame Stellungnahme ist unterzeichnet von Medizinern unter anderem der Berliner Charité, der Universitäten Bielefeld, Bremen, Frankfurt, Göttingen und Hamburg. (ap)

www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag3/downloads.html www.stiko.de

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