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Hochschule „Wir wollen wachsen“

Jung und hungrig: Der neue Präsident der privaten Frankfurt School sucht den Wettbewerb mit den besten Wirtschaftsunis.

Nils Stieglitz
Hat noch viel vor: Nils Stieglitz ist Präsident der Frankfurt School of Finance & Management. Foto: Michael Schick

Jung und hungrig – so charakterisiert Nils Stieglitz, der neue Präsident der Frankfurt School of Finance and Management, sein Mitarbeiter-Team. Er selbst ist allerdings auch erst 44 Jahre alt, hat aber schon eine Forscherkarriere hinter sich. 2012 kam der Volkswirtschaftler als Professor für Strategic Management an die Frankfurt School, zuvor hatte er an der University of Southern Denmark geforscht.

Nach knapp zwei Jahrzehnten als Wissenschaftler hat er dann Anfang April den langjährigen Präsidenten Udo Steffens an der Spitze der Frankfurt School abgelöst. „So eine Chance bekommt man nicht zweimal“, betont Nils Stieglitz, dessen Markenzeichen hochgekrempelte Hemdsärmel sind. Und in der Tat will er in seinem neuen Amt anpacken, mitgestalten und „nicht nur verwalten“. Er möchte „einmal Teil der Story sein und sich sagen können: An dieser tollen Reise war ich beteiligt. Ich fühle mich am lebendigsten, wenn sich Dinge verändern“. Nur Hobbys wie Brettspielen oder Konzertbesuchen könne er sich momentan nicht widmen, stattdessen verbringe er lieber die rare Freizeit mit seiner Familie.

Sein Büro im gediegenen Neubau an der Adickesallee ist gerade frisch renoviert worden. Vor allem seinen bequemen, türkisfarbenen Lesesessel nutzt Stieglitz intensiv – zum Aktenstudium im Vorfeld von Meetings. Aus der oberen Etage genießt der Hochschulpräsident den Blick über Downtown und gerät dabei ins Schwärmen: „Frankfurt ist ein attraktiver Standort. Die Stadt ist weltoffen, international und dynamisch. Auch ohne Deutsch zu sprechen, kann man hier gut leben.“ Er schätze die hohe Lebensqualität: kurze Wege, das Kulturangebot und die Flughafenanbindung. Der Norddeutsche sagt über sich selbst, dass er mittlerweile „Wahlfrankfurter“ sei. Stieglitz sieht zudem Chancen, dass „Frankfurt überdurchschnittlich vom Brexit profitieren könnte, wenn mehr Wohnraum und Büroflächen geschaffen werden“. Ein Schub für den Finanzplatz sei dringend nötig, denn etliche Banken steckten in der Krise.

Eine der größten Umwälzungen im Wirtschaftsleben werde die Digitalisierung mit sich bringen. „Wenn wir uns nicht bewegen, überrollt sie uns“, sagt Stieglitz. Er rechne fest damit, dass zudem viele Jobs in der Branche im Zuge der Digitalisierung wegfielen. Für den Wertpapierhandel seien beispielsweise schon jetzt automatisierte Algorithmen und nicht mehr Menschen verantwortlich. In vielen Bereichen werde die Künstliche Intelligenz die menschliche übertrumpfen, nicht nur bei der Rechenleistung, sondern auch bei kreativen Ausgaben.

„Gebraucht werden Fachkräfte an der Schnittstelle zwischen der Technik und der betrieblichen Anwendung.“ Im September starte daher an der Privatuni der neue Studiengang Master of Applied Data Science mit 20 Plätzen. Neben Fallstudien arbeite man eng mit Unternehmen wie der Commerzbank und der Beratungsfirma KPMG zusammen, um die Problemlösungskompetenz zu schulen.

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