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Grundlagenforschung Suche nach Dunkler Materie beginnt 2010

Das Experiment galt seit dem Absturz des Space Shuttles Columbia 2003 als gefährdet und war einem neuen Programm von George W. Bush zum Opfer gefallen.

17.10.2008 15:10

Aachen. Mit einem in Aachen maßgeblich mit entwickeltem Experiment suchen europäische Wissenschaftler von 2010 an auch im Weltall nach der rätselhaften Dunklen Materie. Das Experiment sei eine Ergänzung zu der Arbeit am Teilchenbeschleuniger in Genf.

Dies sagte Professor Stefan Schael von der RWTH Aachen am Freitag. An dem eine Milliarde Euro teuren Experiment "Alpha Magnetic Spectrometer" arbeiten 500 Wissenschaftler aus 16 Ländern. Die größten Geldgeber seien Italien und die USA, sagte Schael, der Projektleiter in Deutschland ist. Die Bundesrepublik sei mit fünf Prozent beteiligt.

Die Ausführung des Experiments galt seit dem Absturz des Space Shuttles Columbia 2003 als gefährdet und war wie viele andere Versuche zur Grundlagenforschung auf der Internationalen Raumstation (ISS) einem neuen Programm von George W. Bush zum Opfer gefallen. Doch am Donnerstag platzte der Knoten, als der US-Präsident die Gelder für die US-Weltraumbehörde Nasa deutlich aufstockte. Damit ist der Flugverkehr der Shuttle-Flotte gesichert und auf diese Weise auch das Experiment.

"Unsere Hauptaufgabe ist die Suche nach Dunkler Materie im Weltraum", sagte der Teilchenphysiker Schael. Dunkle Materie bestehe wahrscheinlich aus neuen Elementarteilchen, deren Wechselwirkungen man im Weltraum messen könne. Dabei entstehe eine Art Fingerabdruck, den man mit Messungen im Europäischen Zentrum für Teilchenphysik Cern vergleichen könne. "Wir werden sehen, ob dieser Fingerabdruck zu dem am Cern passt." Wenn die Abdrücke zusammenpassten, könne man mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers die dahinter stehenden Phänomene im Detail studieren und verstehen.     

Im Europäischen Zentrum für Teilchenphysik Cern in Genf suchen Wissenschaftler seit Anfang September unter anderem nach Dunkler Materie. In einem knapp 27 Kilometer langen Ringtunnel werden dazu Atomkerne mit großer Wucht aufeinander geschossen. Wegen technischer Probleme sind die Versuche zurzeit eingestellt.

Diese Suche auf zwei Ebenen sei ein spannender und sich ergänzender Prozess. Es gebe Modelle, nach denen Dunkle Materie nur im Weltraum zu sehen sei und nicht am Teilchenbeschleuniger - und umgekehrt. Das Experiment wurde in Zusammenarbeit mit der Weltraumbehörde Nasa und mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt.

Die Messinstrumente sollen Ende 2009 zum Kennedy Space Center gebracht werden und 2010 in den Weltraum. "Das Experiment wird dann an der internationalen Raumstation ISS installiert und misst über einen Zeitraum von drei bis zehn Jahren die kosmische Höhenstrahlung. Was die Astronauten tun müssen, ist ab und zu ein paar Festplatten mit runterbringen", sagte Schael. Das Wissenschaftszentrum für den Versuche werde am Cern sein. (dpa)

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