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Zuckerkrankheit Vorboten für Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2, besser bekannt als Alterszucker, tritt auch immer häufiger bei jungen Menschen auf. Forscher haben erstmals ein Vorboten im Körper ausfindig gemacht: Drei Biomarker im Blut sollen ausschlaggebend für ein erhöhtes Risiko sein.

27.09.2012 16:00
Eine Frau sticht sich mit einer Stechhilfe, um ihren Blutzuckerspiegel zu messen. Foto: dpa

Diabetes mellitus Typ 2, besser bekannt als Alterszucker, tritt auch immer häufiger bei jungen Menschen auf. Forscher haben erstmals ein Vorboten im Körper ausfindig gemacht: Drei Biomarker im Blut sollen ausschlaggebend für ein erhöhtes Risiko sein.

Ein deutsches Forscherteam hat erstmals Vorboten für den Typ-2-Diabetes ausfindig gemacht. Anhand dieser Biomarker könne das Erkrankungsrisiko für diese Form der Zuckerkrankheit bestimmt werden, berichten die Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, des Deutschen Diabetes-Zentrums Düsseldorf und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke im Fachmagazin „Molecular Systems Biology“.

Diabetes vorher verhindern

Das Team analysierte für seine Studie über sieben Jahre hinweg den Gesundheitszustand von mehr als 1.000 Personen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Probanden, die während des Forschungszeitraums am Typ-2-Diabetes erkrankten, bereits zu Beginn eine erhöhte Konzentration von drei speziellen Biomarkern im Blut aufgewiesen hatten. Mit Hilfe dieser Vorboten könnte diese Form der Zuckerkrankheit in Zukunft noch vor ihrem Ausbruch durch entsprechende Maßnahmen verhindert werden, hoffen die Wissenschaftler.

Beim Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel, weil die Körperzellen das zuckerabbauende Insulin nicht mehr aufnehmen können. Die Krankheit führt unter anderem zu gesundheitsschädigendem Bluthochdruck. Ein leicht erhöhter Blutzuckerspiegel kann bereits eine Frühform des Typ-2-Diabetes sein. Indikatoren, die das tatsächliche Erkrankungsrisiko in diesen Fällen bestimmen, seien bisher allerdings nicht bekannt gewesen, schreibt das Team.

Zehn Prozent der Probanden erkrankten

In der Hoffnung, frühe Vorboten für diesen Diabetes zu finden, untersuchten Rui Wang-Sattler und ihre Kollegen regelmäßig das Blut von 1.010 Probanden. Die Personen hatten an der Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg, kurz KORA, teilgenommen. Bei 27 dieser Probanden war der Typ-2-Diabetes zu Beginn der Studie gerade frisch diagnostiziert worden. Die anderen hatten entweder völlig unauffällige Blutwerte oder einen nur sehr leicht erhöhten Blutzuckerspiegel. Innerhalb von sieben Jahren erkrankten weitere zehn Prozent der Teilnehmer an der Stoffwechselkrankheit.

Die Blutanalyse zeigte: Bei jenen Personen, die einen leicht erhöhten Blutzuckerspiegel im Blut aufwiesen und im Verlauf der Studie an Diabetes erkrankten, lagen bestimmte Stoffwechselprodukte von Anfang an in erhöhten Konzentrationen vor. Insgesamt identifizierten die Forscher drei Biomarker, darunter unter anderem die Aminosäure Glycin, die wichtiger Bestandteil vieler körpereigener Proteine ist. Sie fanden zudem heraus, dass diese drei Moleküle mit Genen interagieren, die bereits in früheren Studien in Verbindung mit Typ-2-Diabetes gebracht wurden. Insgesamt 7 der 46 dafür bekannten Gene scheinen die Bildung der drei Diabetes-Vorboten zu beeinflussen. (dapd)

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