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Studie belegt In diesem Alter haben wir den größten Freundeskreis

Auf Basis vieler Handydaten konnten Forscher herausfinden, dass wir mit zunehmenden Alter weniger Freunde haben. Warum das so ist und was Frauen- und Männer-Freundschaften unterscheidet.

25.01.2017 15:59
Den größten Freundeskreis haben wir im Durchschnitt im Alter von Mitte 20. (Symbolbild) Foto: dpa

Je älter wird werden, desto weniger Freunde haben wir. Das belegt eine britisch-finnische Studie. Dafür analysierten Forscher der Aalto Universität in Helsinki und der Oxford Universität anonymisierte Handy-Daten. Sie untersuchten also, mit wie vielen verschiedenen Personen die jeweiligen Nutzer via Handy in Kontakt standen.
Dabei fanden sie heraus: Bis zum 25. Lebensjahr vergrößert sich sowohl bei Frauen, als auch bei Männern der Freundeskreis, ehe er ab dieser Altersgrenze kontinuierlich kleiner wird. Das heißt: Ab 25 Jahren knüpfen wir weniger neue Kontakte und lassen eventuell sogar alte Freundschaften einfach einschlafen.

25-jährige Männer haben mehr Freunde als Frauen im gleichen Alter

Laut der Studie haben Männer bis 25 Jahre einen größeren Freundeskreis als Frauen: So standen 25-jährige Männer im Monat mit 19 Menschen in Kontakt, Frauen mit nur 17,5 Personen. Das Verhältnis kehre sich jedoch im fortgeschrittenen Alter um. So waren Frauen mit 39 Jahren im Schnitt mit 15 Menschen monatlich in Kontakt, Männer in diesem Alter nur mit 12.
Das Studienergebnis ist einfach zu erklären: Die zahlreichen, aber oberflächlichen Freundschaften aus jungen Jahren weichen für gefestigte, tiefere Freundschaften, dafür eben mit weniger Menschen. Durch das Berufsleben, eigene Familiengründung und ähnlichen Faktoren bleibt einfach weniger Zeit für oberflächliche Bekanntschaften.

In Beziehungen kümmert sich meist die Frau um die sozialen Kontakte

In vielen festen Partnerschaften lässt sich das Muster wiedererkennen. Wenn es um die Organisation des Soziallebens geht, herrscht bei vielen Paaren eine klare Aufgabenteilung: Freundschaften pflegen ist Sache der Frau. Das bestätigt die Psychologin Insa Fooken. Sie hat als Professorin an der Universität Siegen erforscht, wie sich Kommunikation und Sozialleben über die Lebensspanne entwickeln. Frauen seien aktiver, wenn es um die Pflege von Beziehungen geht. Und: Kontakte haben für sie eine andere Funktion. „Wenn Frauen nach ihren engsten Vertrauten gefragt werden, nennen sie ihre beste Freundin. Männer nennen ihre Ehefrau“, sagt Fooken.

„Die Netzwerke von Männern sind funktionaler“, erklärt Eckart Hammer, Professor für Soziale Gerontologie und Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Bringt der Kontakt Vorteile im Job? Kann er mir nützlich sein, wenn es darum geht, die richtigen Leute kennenzulernen? Sollte ich nicht mal diesen Nachbarn mit dem top ausgestatteten Werkzeugkeller ansprechen? Freundschaften unter Männern werden selten nur um der Freundschaft willen geschlossen und gepflegt. (sar/mit Material der dpa)

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