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Psychiatrische Störung Jeder Zehnte fehlt aufgrund von Depressionen

Rund vier Millionen Deutsche leiden unter einer Depression. Und im Vergleich zu den Nachbarländern bleiben die Deutschen eher und länger aufgrund des psychischen Leidens zu Hause. Das belegt eine aktuelle europäische Studie.

01.10.2012 12:18
Depressionen sind in Deutschland ein Volksleiden. Dennoch werden sie bei vielen Patienten nicht erkannt. Foto: dpa

Jeder zehnte Arbeitnehmer in Europa ist schon einmal wegen einer Depression zu Hause geblieben. Das hat der europäische Fachverband European Depression Association (EDA) in einer repräsentativen online-Umfrage unter mehr als 7000 Europäern herausgefunden. Jeder Depressionsschub verursacht demnach durchschnittlich einen Ausfall von 36 Arbeitstagen.

Die Diagnose Depression hat demnach jeder fünfte Befragte schon einmal zu hören bekommen - am häufigsten waren Briten betroffen (26 Prozent), am seltensten die Italiener (12 Prozent). Deutsche Arbeitnehmer blieben der EDA zufolge am ehesten wegen eines Krankheitsschubs zu Hause (61 Prozent). Mit durchschnittlich 41 Tagen blieben sie der Arbeit auch am längsten fern. Zugleich klagten Umfrage-Teilnehmer aus Deutschland besonders über mangelnde Unterstützung durch den Arbeitgeber.

Vorherrschende psychiatrische Störung

Vor dem Chef verbergen viele ihr Leiden ohnehin lieber: Jeder Vierte der europaweit Befragten hat den Arbeitgeber nicht über seine Depression informiert. Ein Drittel dieser Befragten gab an, in der gegenwärtigen Wirtschaftslage um den Job zu fürchten. Depression ist laut EDA die vorherrschende psychiatrische Störung bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Dass die Krankheit nicht nur bloße Traurigkeit verursachen kann, sondern auch Konzentrationsschwierigkeiten, Unentschlossenheit oder Vergesslichkeit, sei vielen Menschen nicht bewusst.

Die volkswirtschaftlichen Kosten schätzen die von der EDA zitierten Quellen auf 92 Milliarden Euro im Jahr 2010 innerhalb der Europäischen Union. Verursacht werden sie durch Fehlzeiten und die Symptome der Krankheit. Die vollständigen Ergebnisse will die EDA 2013 vorlegen.
Für die Umfrage wurden vom 30. August bis zum 19. September 7065 Menschen in Europa online befragt. Die European Depression Association ist eine Allianz aus Organisationen, Patienten, Forschern und medizinischen Fachkräften aus 17 Ländern in ganz Europa. (dpa)

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Depression können Sie in der Bildergalerie nachlesen.

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