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Einschlaf-Hilfen Das raten Experten bei Schlafstörungen

Selig schlummern - das wünschen sich viele. Doch etwa jeder Vierte leidet an Schlafstörungen, liegt nachts wach und fühlt tagsüber wie gerädert. Oft verhelfen einfache Tricks zu einer ruhigen Nacht. Welche das sind, verrät ein Schlafforscher.

14.09.2012 11:03
Weit verbreitet: Rund jeder vierte Deutsche hat Schlafstörungen. Foto: dpa

Schlafmangel ist ein Leiden, dem man erst mal auf die Schliche kommen muss. Denn erst tagsüber zeigt sich, was Stunden vorher nicht geklappt hat: Die Nacht hat keinen erholsamen Schlaf gebracht. Jeder vierte Erwachsene in Deutschland klagt über Schlafstörungen, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). „Oft ist ein falscher Umgang mit dem Schlaf das Problem“, erläutert der Schlafforscher Jürgen Zulley aus Regensburg. Viele Betroffene können sich selbst helfen, denn oft ist eine verbesserte Lebensweise der Weg zur geruhsamen Nacht.

„Leicht ist so eine Verhaltensänderung nicht“, sagt Zulley, der sich seit mehr als 35 Jahren mit dem Thema Schlaf beschäftigt und aktuell Präsident der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS) ist. Etwa sechs Prozent der Gesamtbevölkerung leidet an einer behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörung, schätzt er. Von solch einer Insomnie (aus dem Lateinischen von somnus, zu Deutsch Schlaf) sprechen Mediziner, wenn mehr als vier Wochen jede Nacht so schlecht verlaufen ist, dass der Tag deutlich beeinträchtigt ist. Spätestens dann wird es Zeit zu handeln.

Der 'Schlummertrunk' ist keine Hilfe

Viele Betroffene suchen zunächst Rat bei Menschen mit dem gleichen Problem. Dafür gibt es in fast allen Städten Selbsthilfegruppen. Eine Übersicht darüber die Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Hartmut Rentmeister leitet einen Selbsthilfeverein in Solingen und wird oft angerufen. „Medizinischen Rat kann ich natürlich nicht geben, dafür ist der Hausarzt zuständig“, sagt Rentmeister. „Vielen hilft aber allein schon, dass sie mit anderen darüber reden und Tipps bekommen, wer oder was helfen könnte.“

Wenn dann als erstes Hausmittelchen empfohlen werden, hat Schlafexperte Zulley nichts dagegen - solange es kein Alkohol ist. „Der 'Schlummertrunk' ist keine Hilfe, sondern eine Gefahr für den guten Schlaf und die Gesundheit“, sagt Zulley. Heiße Milch mit Honig oder Baldrian hingegen können schon eine Hilfe sein. Auch das berühmte 'Schäfchen zählen' hilft, da es eine monotone Stimulation darstellt, das heißt, es schläfert ein. Hörbücher oder ruhige Musik erfüllen denselben Zweck und sind vielleicht etwas zeitgemäßer. „Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf“, betont Zulley.

Erkrankung kann Insomnie verursachen

Ganz wesentlich ist es, bestimmte Grundregeln für gutes Schlafen einzuhalten, wie erst zu Bett zu gehen, wenn man wirklich müde ist, oder auch am Wochenende zur gewohnten Zeit aufzustehen. Rentmeister empfiehlt außerdem eine gute Schlafumgebung: „Man muss sich im Schlafzimmer wohlfühlen, das Bett muss zu Alter und Gewicht passen, und die Temperatur muss stimmen“, sagt er. „Viele denken immer noch, das Schlafzimmer muss eiskalt sein. Dabei würden sie vielleicht besser schlafen, wenn es wärmer wäre.“ Wenn Betroffene abends Medikamente einnehmen sollen, könne auch das den Schlaf beeinträchtigen. „Da kann ein Gespräch mit dem Arzt helfen. Vielleicht kann man die Medizin ja einfach früher einnehmen.“

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