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Weg mit dem Schweiß! Was wirklich gegen Schwitzen hilft

Im Büro oder beim Date - Schweißflecken unter den Achseln sind uns peinlich. Neue Deos sollen nicht nur den Geruch überdecken sondern auch die Schweißbildung mindern. Wie gut sie wirken und was sonst gegen das Schwitzen hilft.

29.08.2012 11:18
Für besonders starke Schwitzer reicht ein Deo nicht aus. Foto: dpa

Wer viel schwitzt, hat es nicht leicht. Die Angebetete rümpft womöglich die Nase, und die Kollegen wollen vielleicht nicht neben einem sitzen. Damit es nicht soweit kommt, gibt es inzwischen aber spezielle Gegenmittel. Deodorants sollen heute nicht nur verhindern, dass Schweiß unangenehm riecht - Käufer sollen überhaupt nicht mehr unter den Armen schwitzen und ein sicheres Gefühl haben.

Ob Deos diesen Psychoeffekt tatsächlich haben, ist schwer zu überprüfen. „Es gibt aber Untersuchungen darüber, ob bestimmte Deos tatsächlich schweißhemmend sind“, sagt Heike Diekmann von der Stiftung Warentest. Sie hat eine vergleichende Studie geleitet, in der 16 Deosprays gegeneinander antraten, deren Hersteller neben gutem Duft auch weniger Schweißfluss versprechen. Das Ergebnis: Unangenehmen Körpergeruch verhinderten die Sprays in jedem Fall. „Das packen alle Deos ganz gut, auch wenn man weiter schwitzt“, versichert Dieckmann. Den Schweißfluss deutlich verringern konnten knapp zwei Drittel der getesteten Produkte.

Botox gegen übermäßiges Schwitzen

Dieckmann gibt allerdings zu bedenken, dass es sich bei den Testpersonen um Menschen mit normalem, also nicht krankhaftem Schweißfluss gehandelt habe. „Es kann sein, dass so ein Deo für besonders starke Schwitzer nicht ausreicht.“ Wer überdurchschnittlich stark schwitzt oder gar unter übermäßiger Schweißproduktion (Hyperhidrose) leidet, für den gibt es verschiedene medizinische Lösungen: von Tabletten, sogenannten Anticholinergika, über das Spritzen von Botox in betroffene Körperregionen bis hin zu operativen Eingriffen an den Schweißdrüsen.

Diese Methoden haben aber oft starke Nebenwirkungen. Und selbst eine Operation könne die Schweißproduktion selten vollständig stoppen, warnt der Dermatologe Prof. Christian Raulin aus Karlsruhe. „Als einfachstes, kostengünstigstes und effektivstes Mittel haben sich dagegen die Antitranspirante erwiesen.“

Nachts sind Schweißdrüsen ruhig gestellt

Antitranspirante gibt es als Spray, flüssig oder als Creme. Allen gemeinsam ist, dass sie Aluminiumchlorid enthalten. „Das normalisiert und reguliert die Schweißdrüsenausführungsgänge“, erklärt Raulin. Auch in Deodorants mit schweißhemmender Wirkung ist Aluminiumchlorid enthalten, allerdings in deutlich geringerer Konzentration. In reinen Antitranspiranten liege der Anteil oft bei 20 Prozent und mehr.

Ein weiterer Unterschied zum Deodorant: Antitranspirante sind meist nicht parfümiert. Da sie aber ohnehin nicht tagsüber eventuell auftretenden Schweißgeruch überdecken sollen, werden sie auch nicht morgens aufgetragen. „Wichtig ist die Anwendung vor dem Zubettgehen“, erläutert Raulin. Denn nachts sind die Schweißdrüsen ruhig gestellt, und der Wirkstoff könne besser eindringen. „Wenn das Antitranspirant perfekt passt, kann es sein, dass auch starke Schwitzer nach zwei bis drei Tagen keine nassen Achselhöhlen mehr haben“, versichert er.

Leichtes Kribbeln bis Juckreiz

Zwar sei es richtig, dass ein Antitranspirant die Schweißdrüsen stärker verengt, je mehr Aluminiumchlorid enthalten ist. Trotzdem gelte die Regel „Viel hilft viel“ hier nicht. „Man muss es sehr dünn auftragen“, sagt Raulin. Nebenwirkung der Mittel sei meist ein Kribbeln der Haut bis hin zum Juckreiz. In seltenen Fällen komme es auch zu leichten Entzündungen. „Je höher der Aluminiumchloridanteil, desto mehr brennt und irritiert es.“ Raulin empfiehlt deshalb, Mittel zu verwenden, die ohne Alkohol auskommen. „Gut sind Lösungen auf wässriger Basis, gelartige Sachen.“

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