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Tumorerkrankungen Zahl der Krebsdiagnosen steigt

Tumorerkrankungen werden immer früher erkannt. 37 Prozent gehen auf das Konto vermeidbarer Risikofaktoren.

Kernspintomograf
Weltweit wird immer öfter Krebs diagnostiziert. (Symbolbild) Foto: imago

Weltweit werden immer mehr Krebserkrankungen diagnostiziert. Einem aktuellen Bericht zufolge werden es 2018 demnach schätzungsweise 18,1 Millionen entdeckte Fälle sein. Ursachen seien unter anderem die verbesserten Diagnosemöglichkeiten, das Bevölkerungswachstum und die längere Lebenserwartung der Menschen, teilte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Statistik-Report mit. 

Demnach erhalten weltweit jeder fünfte Mann und jede sechste Frau im Leben eine Krebsdiagnose. Jeder achte Mann und jede elfte Frau sterben an Krebs. Die Zahl der krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2018 schätzt die Agentur auf 9,6 Millionen. Die meisten Todesfälle entstehen 2018 nach der IARC-Schätzung durch Lungen-, Darm-, Magen-, Leber- und Brustkrebs. An Lungenkrebs sterben demnach knapp 1,8 Millionen Menschen weltweit, an Darmkrebs 881 000, an Magenkrebs 783 000, an Leberkrebs 782 000 und an Brustkrebs 627 000.

Europa stelle zwar nur neun Prozent der Weltbevölkerung, habe aber 23,4 Prozent der weltweiten Krebsdiagnosen und gut 20 Prozent der tumorbedingten Todesfälle, heißt es weiter. In reicheren Ländern werden generell mehr Krebsfälle diagnostiziert als in ärmeren. 

Viele Krebserkrankungen sind vermeidbar

Viele Krebserkrankungen wären indes vermeidbar – weil sie auf Risikofaktoren zurückgehen, die mit dem Lebensstil zusammenhängen. Dazu gehört an erster Stelle das Rauchen, das nicht nur die Gefahr erhöht, an Lungenkrebs zu erkranken, sondern auch am Entstehen etlicher anderer Krebsarten beteiligt sein kann. Insgesamt gehen in Deutschland 37 Prozent der Krebsfälle auf das Konto von Risikofaktoren, die wir selbst beeinflussen können. Das haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums jetzt erstmals für Deutschland ermittelt. 

Das Team um Ute Mons und Hermann Brenner hat für die im Jahr 2018 in Deutschland zu erwartenden rund 440 000 Krebsneuerkrankungen bei Frauen und Männern zwischen 35 und 84 berechnet, wie viele davon potenziell vermeidbar gewesen wären. Berücksichtigt wurden dabei nur jene Risikofaktoren, deren ursächlicher Zusammenhang mit der Krebsentstehung als gesichert gilt. Dazu gehören neben dem Rauchen ein hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, ein Mangel an körperlicher Aktivität, ungesunde Ernährung, Infektionen und Umweltfaktoren wie Radon, Feinstaub, Solarien, oder Passivrauchen. 

Brenner und Mons halten den nun errechneten Anteil von 37 Prozent an vermeidbaren Krebsfällen noch für „niedrig geschätzt“: Denn bei vielen Krebsarten seien die Zusammenhänge mit einzelnen Risikofaktoren noch nicht belegt und daher noch nicht in die Berechnung eingeflossen. Andere Risikofaktoren, etwa die natürliche UV-Strahlung, konnten aus Mangel an Daten nicht berücksichtigt werden. Tatsächlich, so die Wissenschaftler, könnte das Ergebnis „noch deutlich höher liegen“.

„Diese Zahlen, die nun erstmals auch für Deutschland vorliegen, liefern eine wichtige Grundlage für die Präventionsforschung“, sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrum. „Wir könnten weit über ein Drittel aller Krebsneuerkrankungen vermeiden, würden wir das Potenzial der Krebsprävention voll ausschöpfen. (mit dpa)

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