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Neue Studie Fehlende Bewegung kann tödlich sein

Nach einer aktuellen Studie geht weltweit jeder zehnte erfasste Todesfall auf Bewegungsmangel zurück. Die Verfasser der Studie warnen vor der unterschätzten Gefahr. Gut ein Drittel der Weltbevölkerung bewegt sich zu wenig und lebt damit gefährlich.

18.07.2012 17:35
Wer sich nicht bewegt und dabei auch noch raucht, lebt wohl besonders gefährlich. Foto: dpa

Bewegungsmangel kann tödlich sein: Er verursacht nach Berechnungen von US-Forschern bis zu zehn Prozent der Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Brust- und Darmkrebs weltweit. Zu wenig körperliche Aktivität senke die Lebenserwartung in vergleichbarem Maße wie Rauchen und Fettleibigkeit, berichtet die Gruppe um I-Min Lee im britischen Fachjournal „Lancet“.

Die Wissenschaftler berechneten nach Ländern und Regionen, wie viele Krankheitsfälle im Jahr 2008 theoretisch vermeidbar gewesen wären, wenn sich die Menschen ausreichend bewegt hätten. Darunter verstehen die Forscher moderate Bewegung, etwa 15 bis 30 Minuten zügiges Gehen täglich. Angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele erklärte Lee in einer Mitteilung zur Studie, dass für die Gesundheit keine sportlichen Höchstleistungen nötig seien.

Hunderttausend Todesfälle vermeidbar

Den Schätzungen zufolge stehen weltweit sechs Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung mit mangelnder Bewegung. Bei Brustkrebs führten die Wissenschaftler durchschnittlich sogar zehn Prozent der Fälle auf inaktive Lebensweisen zurück. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen halten die Forscher wegen der deutlich höheren Fallzahlen jedoch für besonders gefährlich: Demnach wären weltweit mehrere Hunderttausend Todesfälle vermeidbar.

Von einer „Pandemie“ schreiben Forscher der Universität Texas um Harold Kohl in Bezug auf den Bewegungsmangel. Sie sehen weltweit Handlungsbedarf. In Städteplanung, Transportwesen, Betrieben und Schulen seien neue Ansätze gefragt, um die Menschen in Bewegung zu halten. „Traditionelle Ansätze sehen das Gesundheitssystem in der Pflicht, einen Gesinnungswandel anzuregen. Aber das wird nicht ausreichen“, erklärte Kohl in einer Mitteilung zur Studie. (dpa)

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