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Nahrungsergänzungsmittel Nahrungsergänzungsmittel helfen nicht - und könnten sogar schaden

Ein Extra an Vitaminen, Mineralien und Fettsäuren: Nahrungsergänzungsmittel aller Art senken das Risiko für Infarkt und Schlaganfall nicht, zeigen gleich mehrere Studien.

Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel können das Risiko für SChlaganfälle und Infarkte nicht senken, zeigen gleich mehrere Studien. Foto: imago

Pillen-Hype um Omega-3-Fettsäuren unbegründet

Ein ähnlich ernüchterndes Ergebnis wie die Studien zu Präparaten mit Vitaminen und Mineralien liefern auch Untersuchungen, die gezielt Fischöl-Kapseln mit mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren unter die Lupe nahmen. In der Werbung werden diese Produkte gepriesen mit dem Argument, sie würden der Gefäßverkalkung entgegenwirken und zudem dem Cholesterinspiegel senken; beides sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Hype um Omega-3-Fettsäuren begann bereits in den 1970er Jahren. Damals hatten dänische Forscher die Essgewohnheiten der Inuit in Grönland untersucht, weil diese Menschen angeblich seltener als die europäischstämmige Bevölkerung an Herzinfarkt und Schlaganfall erkrankten. Als Ursache vermutete man eine vorbeugende Wirkung durch den reichlichen Verzehr fetten Fisches. Der Boom der Fischöl-Kapseln begann. 

Bereits 2014 machten sich kanadische Wissenschaftler daran, die seither veröffentlichten Daten zu Fischöl zu prüfen. Demnach scheint die vermeintliche geringere Sterblichkeit bei den Inuit ein Mythos zu sein, denn die der Analyse der meisten Studien ergab, dass kein Unterschied zwischen den Inuit, in Grönland, Kanada und Alaska im Vergleich zur Bevölkerung mit europäischen Wurzeln existiert.

Wissenschaftler der University of Oxford haben die Wirkung der Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren nun noch einmal in einer Studie mit mehr als 15 000 Patienten untersucht. Alle litten an Diabetes und hatten damit bereits ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Eine Gruppe erhielt täglich eine Kapsel mit Omega-3-Fettsäuren, die andere einen Placebo, der mit Olivenöl gefüllt war. Die Teilnehmer wurden im Schnitt siebeneinhalb Jahre beobachtet. Zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall samt seinen Vorboten kam es bei 8,9 Prozent der Patienten, die Fischöl einnahmen und zu 9,2 Prozent in der Placebo-Gruppe. Ein minimaler Unterschied, der nicht für eine schützende Wirkung von Fischöl-Kapseln spricht.  

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