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Nach Entscheidung des EU-Parlaments Wie heilsam sind Schockfotos für Raucher?

Schockierende Fotos von Raucherlungen und Karzinomen auf Zigarettenpackungen: Das EU-Parlament hat dafür gestimmt. In manchen Ländern gibt es die bebilderten Zigarettenpackungen schon länger. Doch wie abschreckend sind die Schockfotos?

08.10.2013 15:27
Laut EU-Kommission ist Rauchen das größte zu vermeidende Gesundheitsrisiko. Europaweit sterben jedes Jahr 700.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Foto: dpa

Jedes Jahr sterben in Europa rund 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Der Tabakkonsum ist damit laut EU-Kommission das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Aus diesem Grund wollen die Länder der Europäischen Union das Rauchen unattraktiver machen. Abstoßende Bilder auf Zigarettenschachteln sollen Raucher davon abhalten, zur Zigarette zu greifen und Jugendliche davor bewahren, mit dem Rauchen anzufangen. Für eine entsprechende Richtlinie hat am Dienstag auch das Europaparlament gestimmt. Doch wie abschreckend wirken Fotos von Raucherlungen oder verfaulten Zähnen auf Raucher?

Warnhinweise aus Bild und Text

Kombinierte Warnhinweise aus Bild und Text auf Zigarettenschachteln sind wirksamer als ein Text allein, stellte Martina Pötschke-Langer, vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg schon 2009 fest. Die meist drastischen Darstellungen der Folgeerkrankungen lösen negative Emotionen aus, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Raucher weniger Zigaretten konsumieren. Auch erreichten Bilder Raucher, die nicht lesen können oder die Landessprache nicht verstehen, so die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention.

Große Fotos von Raucherlungen

Eine internationale Studie, veröffentlicht im britischen Journal „Tobacco Control“, kommt zu dem Ergebnis, dass die schockierenden Bilder zumindest Ex-Raucher von einem Rückfall abhalten. Allerdings bezweifelt eine britische Studie, 2013 ebenfalls im Fachmagazin „Tobacco Control“ veröffentlicht, die Wirkung der Bilder. Forscher der britischen Universtität Stirling stellten fest, dass sie keinen großen Effekt auf Jugendliche haben, die regelmäßig rauchen. Das Fazit von Crawford Moodie und seinem Team: Möglicherweise sind die Bilder nicht prominent genug auf der Rückseite der Verpackung platziert. In England werden seit 2011 Bilder auf die Pappschachteln gedruckt.

Auf besonders abschreckende Fotos auf Zigarettenschachteln setzt Australien bereits seit Ende 2012. Per Gesetz dürfen Zigaretten dort nur noch in einheitlichen olivgrünen Schachteln ohne Markenlogos, dafür mit großen Fotos von Raucherlungen und deutlichen Warnhinweisen verkauft werden. Mit der Umsetzung befolgte Australien die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Ganz so drastisch sollen Zigarettenschachteln in Europa nicht umgestaltet werden. In EU-Ländern sollen abschreckende Fotos und Warnhinweise 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen bedecken. (ef)

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