25. Februar 20177°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

Gefährliche Hirnhautentzündung Tote bei Meningitis-Epidemie

Ein mit Pilzen verseuchtes Medikament hat in den USA eine Welle von tödlichen Hirnhauterkrankungen ausgelöst. Mindestens acht Patienten sind bereits gestorben - und die Krankheit breitet sich weiter aus.

Dieses Präparat der Firma NECC soll die Epidemie ausgelöst haben. Foto: dapd

Die gefährliche Meningitis breitet sich derzeit im Osten der USA aus und hat bereits neun Bundesstaaten erreicht. Wie die US-Gesundheitsbehörde am Dienstag berichtete, sind schon jetzt mehr als 100 Menschen an Hirnhautentzündung erkrankt. Das sind 40 mehr als noch am Wochenende. Mindestens acht Patienten starben bisher an der Krankheit. Und die breitet sich weiter aus.

Die seltene Krankheit ist zwar nicht übertragbar. Dennoch könnten bis zu 30.000 Menschen betroffen sein, befürchten die US-Behörden. Denn als Auslöser der mysteriösen Epidemie haben sie nach Tagen der Suche ein mit Pilzen verseuchtes Steroid-Präparat ausgemacht, dass zur Bekämpfung von Schmerzen und Entzündungen ins Rückenmark der Patienten gespritzt wurde. Das Medikament des Pharmakonzerns New England Compounding Center (NECC) wurde seit Mai an insgesamt 76 medizinische Einrichtungen geliefert. 23 Bundesstaaten sind betroffen. Die meisten Fälle sind bisher in Tennessee und Virginia aufgetreten.

Ärzte suchen nach Opfern

Die Ärzte suchen nun nach Patienten, die das verseuchte Medikament erhalten haben könnten. Zurückgerufen wurde erst Ende September. Die Symptome sind Schwäche, Kopfschmerzen und Fieber. Hinzu kommen Nackensteifheit, Schwindel und Lähmungen. Problematisch ist, dass die ersten Symptome erst bis zu vier Wochen nach der Infektion auftreten können. Deshalb befürchten die Behörden, viele Menschen wissen womöglich noch gar nicht, dass sie eine tödliche Krankheit in sich tragen.

Mediziner sollen nun alle Patienten kontaktieren, die mindestens drei Dosen des Methylprednisolonacetats erhalten haben.

Die Firma NECC rief am Wochenende vorsorglich auch andere Produkte zurück, teilte jedoch mit, dass es keine Hinweise auf weitere Verunreinigungen gebe. Die Firma war vor einer Woche in Verdacht geraten, für die Epidemie verantwortlich zu sein. Bei Tests waren in dem Präparat eben jene Pilze festgestellt worden, die die seltene Form der Meningitis auslösen. Die Firma NECC ist auf Mischpräparate spezialisiert. Genau hier könnte aus Sicht von US-Experten das Problem liegen. Denn solche Präparate unterliegen weniger strengen Kontrollen durch die Behörden.

Meningitis ist eine Entzündung der Gehirn- oder Rückenmarkhaut. Die Krankheit ist in Deutschland meldepflichtig.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum